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NewsGuard deklariert die Bild als seriös: Was kann der "Nachrichtenwächter"?

NewsGuard prüft Quellen und Artikel, um festzumachen, ob eine News-Seite glaubwürdig ist.
NewsGuard prüft Quellen und Artikel, um festzumachen, ob eine News-Seite glaubwürdig ist.
Foto: imago images / Panthermedia
Fake News scheinen wichtiger denn je. Umso gefragter sind potentielle Methoden zu ihrer Bekämpfung. Doch wie sicher ist der "Medienwächter" aus den USA?

Mit einfachen rot-grün-Markierungen soll die NewsGuard-Erweiterung dir im Browser anzeigen, welche Nachrichten aus verlässlicher Quelle stammen und welche eher kritisch zu beäugen sind. Falschmeldungen und Desinformationen scheinen zunehmend an Gewichtung zu erlangen und Methoden zur Bekämpfung sind gerngesehen. Unklar ist jedoch, wie sicher Methoden wie der "Nachrichtenwächter" wirklich sind.

NewsGuard prüft deutsche Medien

Noch vor der diesjährigen Europawahl nahm der NewsGuard seine Arbeit in Deutschland auf. Entwickelt von NewsGuard Technologies, einem 2018 gegründeten US-Unternehmen, soll er nun auch hierzulande die Medien nach Fake News durchforsten "und Nutzern mit dem Wissen helfen, welchen Nachrichten- und Informationswebseiten sie trauen können."

Die Pläne der Unternehmens sind dabei durchaus ambitioniert: Bis Ende Juni soll die Erweiterung bereits 90 Prozent der 150 wichtigsten deutschen News-Seiten erfasst haben. c't zufolge handelt es bei dem zehnköpfigen Team, das die kategorische Einstufung in seriös und unseriös vornimmt, teils um Studenten ohne abgeschlossene journalistische Ausbildung – NewsGuard selbst schreibt von "trainierten Analysten, die erfahrene Journalisten sind."

Das Punktesystem des "Nachrichtenwächters"

In den Vereinigten Staaten bewertet NewsGuard nach eigener Aussage bereits rund 2.000 News-Seiten, also gut 96 Prozent des englissprachigen Online-Informationsangebots. Boulevardblätter wie The Sun, der Daily Mirror kommen mit acht von neun Punkten weg, Sputnik muss sich mit zwei Punkten zufrieden geben – und gilt damit nach der Wertung NewsGuards als unseriös.

Wenngleich das Unternehmen recht Transparent mit seinen Kriterien umgeht, ist es schwierig festzustellen, inwiefern man sich auf die Bewertung als vertrauensvoll oder nicht verlassen kann. Wir raten dir daher, dich selbst zu Informieren. Wenn du Nachrichten ließt, kann es nicht schaden, dir noch andere Meinungen einzuholen.

Ein Paradebeispiel hierfür wären beispielsweise die Spannungen zwischen den USA und Iran, die in verschiedenen Meldungen und Blättern von anderen Seiten beleuchtet werden. Doch ist deine Sicherheit im Netz nicht nur von News und Falschmeldungen abhängig. So warnte die Polizei zuletzt explizit vor bestimmten Streamingdiensten. Am sichersten ist es also meist, sich differenziert zu informieren, worum es auch geht.

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