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Und täglich grüßt der Datenschutz: Alexa speichert auch gelöschte Protokolle

Spionage durch Amazon Alexa: Die fremde Zuhörerin im Hintergrund?
Spionage durch Amazon Alexa: Die fremde Zuhörerin im Hintergrund?
Foto: AP
Artikel von: futurezone/MB(PR
Amazon hat zugegeben, dass Sprachassistent Alexa Protokolle auch dann speichert, wenn du sie eigentlich schon längst gelöscht hast.

Bereits seit einigen Monaten stehen die Protokolle des Sprachassistenten Alexa im Fokus von Daten- und Verbraucherschutz. Auf einen Brief des US-Senators Chris Coons, in dem er sich bezüglich der Datenschutz-Praktiken des Konzerns erkundigte, erklärte Amazon nun, man bewahre einige Daten auf unbestimmte Zeit auf. Noch dazu würden sie mit Dritten geteilt und Alexa steckt mittendrin.

Amazon Alexa: abgehört und eingelagert

Gespräche werden nicht nur Mitgehört, sondern noch dazu transkribiert und aufbewahrt – das ist seit April diesen Jahres kein Geheimnis mehr. Doch bleibt es längst nicht dabei. Die Tausenden Mitarbeiter, die deine Gespräche über den Sprachassistenten verfolgen können, sind auch dazu in der Lage, deine Standortdaten abzurufen. Dem US-Senatoren Chris Coons wurde das zu viel. Er wollte wissen, was Amazon sonst noch mit den Daten anstellt.

Wie lang der Arm der Datenkrake von Alexa tatsächlich ist, wird in einem Brief von Amazon an den US-amerikanischen Senator Chris Coons deutlich. Coons erkundigte sich beim Konzern mitunter nach der Dauer der Datenspeicherung. "Wir bewahren die Sprachaufzeichnungen und Transkripte der Kunden auf, bis der Nutzer sie löscht", heißt es von Seiten des Unternehmens.

Daten können im separaten Speichersystem aufbewahrt werden

Erst im Mai kam nach einer Untersuchung von CNET heraus, dass Alexa Daten als Transkripte weiterspeichert, selbst wenn der Nutzer die Audiodatei gelöscht hat. Brian Huseman, Amazons Vice President of Public Policy, betont, dass das Unternehmen ständig bemüht sei, "sicherzustellen, dass diese Transkripte nicht in einem der anderen Speichersysteme von Alexa verbleiben". Deine Daten als Textversion können also in einem der vielen undurchsichtigen Speicherserver von Amazon weiterhin liegenbleiben.

Wissenswertes rund um Alexa & Co.
Transkript statt Sprachaufnahme: Alexa speichert heiter weiter

"Wir speichern nicht die Audiodaten von Alexa. Möglicherweise behalten wir jedoch andere Aufzeichnungen über die Alexa-Interaktionen der Kunden bei, einschließlich Aufzeichnungen über Maßnahmen, die Alexa auf Anfrage des Kunden ergriffen hat", so Huseman. "Und für andere Arten von Alexa-Anfragen [...] möchten oder erwarten die Kunden nicht, dass die Stimmaufzeichnung gelöscht wird, um die zugrunde liegenden Daten zu löschen oder Alexa daran zu hindern, die angeforderte Aufgabe auszuführen."

Alles für die Performance

Zum Zwecke der angemessenen Performance von Alexa könne jede Transaktion oder routinemäßig geplante Aktivität, die ein Benutzer mit seinem Gerät durchführt, protokolliert werden. Auch wenn du alle Aufnahmen von Alexa löschst, kann es demnach sein, dass Amazon gewisse Daten aufbewahrt – angeblich um den vollen Leistungsumfang von Alexa zu gewährleisten.

Da der Sprecher von Amazon sich in seinem Brief nicht ausdrücklich auf die USA bezieht, ist davon auszugehen, dass deutsche Nutzer im selben Maße betroffen sind. Des Weiteren sollen Amazon-Mitarbeiter sogar in der Lage sein, Nutzer-Adressen von Alexa zu ermitteln.

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