Digital Life 

Darum ist es so schwer faltbare Handys zu produzieren

Das Samsung Galaxy Fold sollte als erstes faltbares Handy auf den Markt kommen.
Das Samsung Galaxy Fold sollte als erstes faltbares Handy auf den Markt kommen.
Foto: imago/Kyodo News
Smartphone-Hersteller arbeiten immer wieder an Innovationen, die den Markt beleben. Faltbare Handys könnten dazu beitragen. Doch das stellt ein enorme Herausforderung dar.

Die Idee von faltbaren Handys klang zunächst innovativ und verlockend. Doch ganz so einfach scheint die technische Umsetzung für diese Revolution auf dem Handy-Markt nicht zu sein. Der Schritt vom Konzept zu einem voll funktionsfähigem Gerät ist nicht so einfach wie zunächst angenommen. Das musste Samsung mit seinem Galaxy Fold dieses Jahr schon am eigenen Leib erfahren. Doch warum ist es eigentlich so schwer ein faltbares Handy zu produzieren?

Viele Hersteller wollen bei den faltbaren Handys mitmischen

Nach dem Flopp, den Samsung durch seine Tester des Galaxy Folds erfahren musste, wurde der Starttermin mittlerweile ins Unbestimmte verschoben. Doch Samsung ist nicht der einzige Hersteller, der sich an die Challenge heranwagt, ein faltbares Handy zu produzieren. Erst kürzlich gab auch Huawei bekannt, dass das faltbare Modell, an dem der chinesische Konzern momentan arbeitet, sich noch verzögert. Dessen Wert liegt bei 2.600 US-Dollar (rund 2.300 Euro). Das Mate X soll aber im September auf den Markt kommen. Auch Apple hat eine Vielzahl an Patenten angemeldet. Genauere Pläne zu faltbaren Handys sind aber nicht bekannt.

Knapp 2.000 Dollar und dann das – ein Detail könnte Samsungs Galaxy Fold zu einem Flop werden lassen

Diese Herausforderungen bergen faltbare Handys

Ein Analyst erklärt, dass die Herstellung eines faltbaren Smartphones viele Herausforderungen mit sich bringt.

  • Die organischen Leuchtioden (OLED) müssen so produziert werden, dass die Pixel sich biegen können, ohne sich zu verschlechtern.
  • Ein Scharnier muss entwickelt werden, dass den Bildschirm ausreichend stützt.
  • Das Akku muss neu entwickelt werden und müsste sich vielleicht mit dem Bildschirm verbiegen lassen.

Doch nach all diesen technologischen Aspekten, ist die größte Herausforderung immer noch das Display.

Hauchdünnes Glas für ein faltbares Display

Hersteller wie Samsung und Huawei setzen beim Display auf Kunststoffpolymere. Das Material ist flexibel genug, um sich verbiegen zu lassen. Doch der Nachteil ist, dass es nicht so viel aushält wie Glas und daher leicht zerkratzt werden kann. Ein Professor der Glaswissenschaft, William LaCourse, erklärt, dass sich in dem Kunststoff auch Blasen und Falten bilden können. Daher sind Kunststoffpolymere nur eine vorübergehende Lösung für das Display von faltbaren Handys. Glas wäre die langfristigere Lösung, denn es kann nur bei einer Temperatur von über 1.000 Grad Celsius geschmolzen werden.

LaCourse empfiehlt daher ein Display aus hauchdünnem Glas zu entwickeln, dass sich falten und biegen lässt, aber nicht durchbricht. Die meisten Smartphone-Displays bestehen bereits aus Glas. Nur ist dieses noch nicht faltbar. Der Experte könnte sich vorstellen, dass ein solches Material in ein bis zwei Jahren geschaffen wird.

Das neue Display-Glas kann einiges aushalten

Corning, der Produzent des Gorilla Glass, das auch Apple verwendet, bestätigt, dass bereits an einem solchen Glas gearbeitet wird, das für faltbare Displays genutzt werden könnte.

"Dieses entwickelte Glas kann sich bei gleichbleibender Ebenheit hunderttausend Mal biegen, ohne Schaden zu nehmen, im Vergleich zu alternativen Materialien, die sich bei etwa 100.000 Biegungen erheblich zu verformen beginnen", sagte ein Sprecher von Corning gegenüber CNN Business. "Darüber hinaus kann das Entwicklungsglas von Corning eine statische Biegung für längere Zeiträume ermöglichen, während alternative Materialien nach längeren Zeiträumen zu Faltenbildung neigen."

Ziel wäre es, ein Glas zu entwickeln, das so dünn ist, dass es sich um einen Metallstab legen lässt, der als Mittelachse eines faltbaren Handys dienen könnte. Auch nach wiederholtem Falten sollte dieses Glas keinen Schaden nehmen. Doch bis es so weit ist, kann es noch etwas dauern, betont der Glaswissenschaftler.

Samsungs CEO gab kürzlich bekannt, dass beim Galaxy Fold etwas übersehen wurde. Nun könnte von Samsung aber das Roll-Handy kommen.

Zu den Kommentaren

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen