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Netflix-Einfluss? "How to Sell Drugs" an Berliner Schulen

Der Ecstasy-Trend aus "How to Sell Drugs Online" scheint mittlerweile Kinder und Jugendliche an Berliner Schulen erreicht zu haben.
Der Ecstasy-Trend aus "How to Sell Drugs Online" scheint mittlerweile Kinder und Jugendliche an Berliner Schulen erreicht zu haben.
Foto: iStock/MachineHeadz
Die deutsche Netflix-Serie "How to Sell Drugs Online (Fast)" ist zumindest in ihren Grundzügen keine reine Fiktion. Aktuell geht der MDMA-Trend vor allem an Berliner Schulen nach oben.

Am Beispiel "How to Sell Drugs Online (Fast)" zeigte uns Netflix Ende Mai, wie es aussehen kann, wenn es schon zu Schulzeiten mit dem Drogenkonsum beginnt. Nun bekommt Berlin das reale Pendant zu spüren: Am Montagnachmittag wandte sich Gordon Lemm, der Jugendstadtrat des Bezirks Marzahn-Hellersdorf an die Öffentlichkeit.

"How to Sell Drugs Online" erreicht den Pausenhof

Im Laufe der vergangenen drei bis vier Monate soll vor allem der Ecstasy-Konsum unter jugendlichen Hauptstädtern zugenommen haben. Sie seien, so Lemm, teils nicht mal 15 Jahre alt und gelangen bereits für kleines Geld an die Pillen. Bereits ab 1,50 Euro gelangen demnach vorrangig Elf- bis Vierzehnjährige an hochdosiertes Methylen-Dioxy-Methyl-Amphetamin (MDMA).

Während Lemm selbst lediglich das höhere Beratungsaufkommen wegen minderjährigem Drogen-Missbrauch bemerkt – in jüngster Zeit haben ihn etwa zehn bis fünfzehn Kinder mit ihren Eltern aufgesucht – vermute er eine wesentlich höhere Dunkelziffer. "Es beginnt in der Grundschule", zitiert der Tagesspiegel den Jugendstadtrat. Vorrangig betroffen seien davon junge Mädchen.

Fachstelle für Suchtprävention gibt positives Feedback

"Ich habe gedacht, endlich spricht es mal einer aus und traut sich was", erklärte dazu Kerstin Jüngling, Geschäftsführerin der Berliner Fachstelle für Suchtprävention. "Es gibt nach meiner Einschätzung an den Schulen alle Substanzen, auch Medikamente. Jetzt wurde wieder etwas entdeckt. Doch das ist immer nur die Spitze des Eisberges." Seit Jahren schon sei bekannt, dass die Konsumenten von Drogen wie Ecstasy, aber auch Cannabis immer jünger würden.

Ein wesentliches Problem sieht Jüngling in der Hauptstadt selbst. "Die Stadt hat alles dafür getan, um hipp und Europas Partyhauptstadt zu sein", erläuterte sie. "Und die Eltern nehmen ihre Rolle nicht mehr wahr, die Erwachsenen haben aufgegeben. Dabei müssten sie Grenzen setzen, mit ihren Kindern über Drogenkonsum sprechen. Wenn das nicht geschieht, lassen wir die Kinder und Jugendlichen allein."

Frühen Einflüssen entgegenwirken

Mit der Drogenthematik werden Kinder und Jugendliche derweil immer früher konfrontiert. Netflix bestätigte bereits die 2. Staffel von "How to Sell Drugs Online (Fast)", wegen der Erfolge, die sie seit ihrem Start Ende Mai erreicht hatte. Gerade an jungen Generationen gehen derartige Einflüsse nicht vorbei.

Jüngling erklärt: "Wichtig ist es, die Kinder und Jugendlichen vor dem Drogenkonsum zu schützen und so fit zu machen, dass sie als Erwachsene damit auf guter Wissensbasis umgehen können, ohne ihr Leben zu gefährden."

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