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Bettgeflüster und mehr heimlich belauscht: Jetzt überwacht dich Google auch auf diesem Weg

Google belauscht dich in alltäglichen Situationen.
Google belauscht dich in alltäglichen Situationen.
Foto: iStock/hocus-focus
Immer wieder steht Google wegen Eingriffen in die Privatsphäre in der Kritik. Diesmal wird es aber unangenehm, denn Google belauscht auch deine privaten Gespräche.

Ohne Technik kommen wir heutzutage nicht mehr aus und dennoch fühlt man sich nicht ganz wohl dabei, wenn man erfährt, dass man überwacht wird. Nun werden sich Nutzer des Google Assistant vermutlich ziemlich genauso fühlen. Denn es stellt sich heraus, dass Google dich belauscht. Über tausend Gesprächsmitschnitte mit Googles Sprachassistenten wurden transkribiert. Angeblich zur Qualitätsverbesserung.

Google belauscht dich: Darunter sind auch private Gespräche

Dem flämischen Rundfunksender VRT wurden Gesprächsmitschnitte von Google-Usern zugespielt. Diese Mitschnitte sind absichtlich entstanden, da zu Beginn immer die Phrase "Ok, Google" zu hören ist. Von diesen über tausend Mitschnitten sind aber rund 150 Gespräche überhaupt nicht an Googles Sprachassistenten gerichtet gewesen. So muss am Satzanfang etwas gesagt worden sein, dass ähnlich wie "Ok, Google" klang. Den Usern ist die Aktivierung des Geräts aber offensichtlich nicht aufgefallen.

Denn Google-Mitarbeitern sind daher auch Gespräche mit folgendem Inhalt untergekommen:

  • Bettgespräche
  • medizinische Informationen
  • Eltern-Kind-Gespräche
  • Situationen, die nach häuslicher Gewalt klangen

Personen transkribieren deine Mitschnitte

Zwar sei den Mitarbeitern nicht bewusst gewesen, um welche User es sich handelte, trotzdem hätte man Personen anhand der genannten Informationen erkennen können. Dies gelang jedenfalls einem der VRT-Reporter durch die zugespielten Mitschnitte.

Gespräche mit Sprachassistenten müssen von den Unternehmen aufgezeichnet werden, um die Systeme zu verbessern. Gegenüber VRT gab ein Mitarbeiter an, dass er bis zu tausend Aufnahmen in der Woche bearbeiten musste.

Google: News und Updates
Videos rund um Google

So detailliert informiert Google allerdings nicht über diesen Ablauf. In den Datenschutzbestimmungen heißt es: "Wir verwenden Ihre Daten in erster Linie dazu, unsere Dienste für Sie zu optimieren, indem wir sie schneller, intelligenter und relevanter machen." Dass dies durch Personen geschieht, wird nicht gesondert hervorgehoben. Ähnlich ist es bei Amazons Alexa oder Apples Siri.

Lösche deine gespeicherten Daten

Die gesammelten Daten kannst du als User aber auch löschen:

  • Geh in deinem Google-Konto auf "Daten & Personalisierung".
  • Wähl "Meine Aktivitäten" aus. Manchmal musst du noch "Andere Google-Aktivitäten" auswählen.
  • Im Menüpunkt "Sprach- und Audioaktivitäten" kannst du deine Daten dann verwalten.

In einem Blogpost erklärt Google ausführlich, wieso Menschen deine Google Assitant-Mitschnitte transkribieren und dass das Unternehmen für mehr Sicherheit sorgen wird, dass diese nicht an die Öffentlichkeit geraten.

Du hast Angst, weiterhin von Google belauscht zu werden? Dann deaktiviere Googles Sprachassistenten. Bist du von dem Tool weiterhin überzeugt, kannst du aber auch diese fünf Befehle mal testen. Google hat nicht den einzigen Sprachassistenten, der gegen den Datenschutz verstößt: Amazons Alexa speichert gelöschte Protokolle.

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