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Geheimdienstprojekte geleakt: Hacker stürzen sich auf KGB-Nachfolger

Der russische Geheimdienst fiel zuletzt einem Datenleck historischen Ausmaßes zum Opfer. Die Hacker veröffentlichten 7,5 Terabyte Geheiminformationen.
Der russische Geheimdienst fiel zuletzt einem Datenleck historischen Ausmaßes zum Opfer. Die Hacker veröffentlichten 7,5 Terabyte Geheiminformationen.
Foto: imago images / ITAR-TASS
Der russische FSB, Nachfolger des sowjetischen KGB, fiel einem Datenleck mit historischem Ausmaß zum Opfer. Dabei wurden mitunter Daten zur Deanonymisierung von Tor-Nutzern veröffentlicht.

Der föderale Dienst für Sicherheit der Russischen Föderation (FSB) und Nachfolger des sowjetischen KGB fiel zuletzt dem wohl größten Datenleck der russischen Geheimdienst-Geschichte zum Opfer. Dabei veröffentlichte das Hackerkollektiv 0v1ru$ rund 7,5 Terabyte zu Projekten des russischen Inlandsgeheimdienstes. Einen wesentlichen Bestandteil der Informationen machten Projekte zur Deanonymisierung von Tor-Nutzern aus.

Historischer Datenverlust bei KGB-Nachfolger FSB

Konkret traf der Angriff das Unternehmen SyTech, das als IT-Dienstleister für den russischen Geheimdienst tätig ist. Dort hatte 0v1ru$ offenbar bereits im Juni mehrere Terabyte an Geheiminformationen zu laufenden Projekten und Operationen des FSB für sich beansprucht. Mit der Platzierung eines Emoticons auf der Webseite des Dienstleisters machte das Kollektiv auf den Angriff aufmerksam – da war es jedoch bereits um die Daten geschehen.

Als bereits darüber gescherzt wurde, der russische Inlandsgeheimdienst solle seine Aktivitäten in "Operation Küchensieb" umbenennen, hatte 0v1ru$ sie bereits an Digital Revolution, eine größere Gruppierung, weitergeleitet. Hinweise wurden anschließend mitunter via Twitter gestreut.

Vom "größten Datenleck in der Geschichte der russischen Geheimdienste" sprach die BBC Russland. Mit Operationen wie "Nautilus" habe der FSB es gezielt auf Daten von Facebook und anderen sozialen Netzwerken abgesehen. "Mentor" wiederum zapfe Forbes zufolge russische Unternehmen an, während wieder andere Operationen an der Deanonymisierung von Nutzern im Onion-Netz arbeiten.

"Nautilus-S" und "Tax-3": Deanonymisierung und Abkoppelung

Die Operation "Nautilus-S" dürfte bei all denen anstoßen, die ohnehin schon um ihre Sicherheit im Netz fürchten. Dahinter soll sich nämlich nichts geringeres verbergen, als der Versuch, die Nutzer des Anonymisierungsnetzwerks Tor zu deanonymisieren und zu identifizieren. Projekte wie "Hope" oder "Tax-3" streben indes die Abkoppelung Russlands vom restlichen Internet an – ähnlich, wie es bereits in China der Fall ist.

Unklar ist derzeit allerdings, ob der russische Inlandsgeheimdienst FSB sich in seiner Arbeit lieber auf hauseigene Software verlässt, oder auch ausländische Dienstleister zu Rate zieht. So wäre es beispielsweise Denkbar, dass auch das Spionageprogramm "Pegasus" der israelischen NSO Group Anwendung gefunden haben könne. Hierbei handelt es sich jedoch bislang lediglich um Spekulationen.

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