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"Schockierendes Ausmaß an Tracking": Was deine Facebook-Fotos über dich verraten

Facebook-Fotos bekommen mit ihrem ersten Upload direkt einen Tracking-Code verpasst.
Facebook-Fotos bekommen mit ihrem ersten Upload direkt einen Tracking-Code verpasst.
Foto: APA/AFP/JUSTIN SULLIVAN / JUSTIN SULLIVAN
Dass Facebook Tracking im großen Stil betreibt, ist längst kein Geheimnis mehr. Nun jedoch lüftete der Konzern das Geheimnis um die Meta-Daten hinter deinen Fotos.

"Metadaten", "EXIF" und weitere Begriffe, mit denen viele wohl nichts anzufangen wissen. Dabei sind sie gerade im Internet durchaus relevant. Sie helfen beispielsweise dabei, Bilddateien quer durch das World Wide Web zu verfolgen. Wie sollte es auch anders sein, macht sich Facebook diese Tatsache zunutze und versieht nicht nur deine Beiträge, Nachrichten und Standorte, sondern auch deine Facebook-Fotos mit Tracking-Codes.

Facebook-Fotos und was ihre Daten verraten

Zunächst eine Begriffserklärung: Bei EXIF-Daten (Exchangeable Image File) nennen sich die Kennzeichnungen, mit denen Kameras Bilder abspeichert. Das Dateiformat gilt als Standard zum Speichern von Aufnahmeinformationen und enthält eine ganze Reihe nützlicher Informationen zu deinen geschossenen Bildern. Um das zu seinem Vorteil zu nutzen, ergänzt Facebook ebendiesen Daten um zwei weitere Felder.

Das ermöglicht die eindeutige Zuordnung des Bildes – auch, wenn es woanders hochgeladen wird. Ist es also erstmal mit den zusätzlichen Stellen des Netzwerks belegt, kannst du ein Bild verändern, zuschneiden und veröffentlichen wie und wo du willst. Facebook wird es finden und erkennen. Edin Jusupovic, Jura-Student und selbsternannter IT-Sicherheitsexperte, machte in einem Tweet auf ebendieses Phänomen aufmerksam.

Er sieht in der Vorgehensweise des US-Konzerns ein "schockierendes Ausmaß an Tracking". Das Internet scheint sich abermals in Rage zu reden – und das, obwohl es sich hierbei um gar keine neuen Infos handelt. Der französische Fotograf Patrick Peccatte fragte bereits 2015 auf Stackoverflow nach den überschüssigen "IPTC/IIM-Feldern, die offenbar automatisch hinzugefügt werden".

Tracking-Code sorgt für "Angst, Verunsischerung und Zweifel"

Auch die Süddeutsche Zeitung berichtet, einen Blick auf die Metadaten geworfen und den Facebook-Code auch bei Bildern auf Instagram und im Facebook-Messenger entdeckt zu haben. Lediglich WhatsApp sei davon verschont geblieben zu sein. Der Informatiker und Buchautor Neal Krawetz nahm sich den Tracking-Code bereits 2016 vor und veröffentlichte einen entsprechenden Beitrag im Hacker Factor Blog.

Zwar gebe es derzeit "eine Menge Angst, Verunsicherung und Zweifel" bezüglich des Themas, jedoch sei sich Krawetz sicher, Facebook verwende diese Art der Kennzeichnung bereits seit Mitte 2014. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, man füge den Code hinzu, "um unserem Sicherheitsteam zu helfen, Missbrauch zu verhindern." Noch dazu seien die EXIF- und Metadaten vonnöten, um beispielsweise Fake-Accounts als solche zu erkennen.

Darüber hinaus nutze Facebook die Daten jedoch nicht, um Bilder über die eigenen Plattformen hinaus zu verfolgen. Anders verhält es sich in Sachen App-Tracking, hier wird jeder deiner Schritte verfolgt.

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