Digital Life 

Aus diesem Grund schafft es Paypal nicht, sich gefährliche Stalker vom Hals zu halten

Paypal macht es zwielichtigen Spionage-App-Herstellern wohl ganz schön einfach. Davon profitieren Stalker.
Paypal macht es zwielichtigen Spionage-App-Herstellern wohl ganz schön einfach. Davon profitieren Stalker.
Foto: iStock/MrKornFlakes
Paypal lässt sich von zwielichtigen Spionage-App-Herstellern anscheinend ganz schon leicht hinters Licht führen. Das spielt Stalkern in die Hände.

Stalker kennen meistens keine Grenzen, wenn sie ihr Opfer ausspionieren wollen. Früher waren es Privatdetektive, heute sind es Spionage-Apps. Und die sind wirklich gruselig. Paypal unterstützt Täter wohl unwissentlich bei ihrem kriminellen Unterfangen und lässt sie weiterhin über die eigene Anwendung zahlen.

Paypal lässt Stalker bei sich bezahlen

Stalker installieren eine Spionage-App unbemerkt auf dem Handy ihres Opfers, wozu sie zumindest einige Minuten direkt aufs Gerät zugreifen müssen. Gelingt ihnen das, beginnt das Grauen. Die Anwendung zeichnet im Hintergrund alles auf: WhatsApp-Verläufe, E-Mails, Fotos, Screenshots, Standort, Browser-Verlauf und sogar Gespräche. Gleichzeitig sind die Barrieren und der Aufwand eines Täters ziemlich gering, da er anonym bleiben kann und lediglich etwas Geld locker machen muss. Paypal schaffte es nicht, ein solches Vorgehen zu unterbinden.

Die Spionage-App HelloSpy kostet 28 Euro im Monat. Nutzer auf der ganzen Welt verwenden sie, um Partner, Fremde, Freunde, Angebetete oder wen auch immer zu überwachen. Sie zahlen über Paypal.

Bereits im Februar hatte der Zahldienst das Konto des Herstellers von HelloSpy gesperrt. Aber erfolglos. Denn zwischenzeitlich konnten Stalker schon wieder über Paypal bezahlen, diesmal, schlichtweg über ein neues Konto. Als die Nachrichten-Seite Netzpolitik um eine Stellungnahme bat, sperrte der Dienstleister das neue Konto erneut.

Gewaltzeigende, sexistische Bilder

HelloSpy wirbt folgendermaßen: „Die vergangenen zwei Dekaden haben Untreue einfacher gemacht als je zuvor, vor allem durch den Aufstieg von … sozialen Netzwerken und Mobiltelefonen“. Auf seiner Webseite zeigt der Hersteller das Foto einer Frau, die von einem Mann grob am Handgelenk festgehalten wird, ihr Gesicht ist voller Blutergüsse.

Nicht nachvollziehbar ist, warum Paypal die erneute Zahlungsabwicklung zulassen konnte. Denn die Webseite, von der die Stalker zu Paypal weitergeleitet werden, ist nach wie vor die gleiche, genau wie der Name des Produkts. Zahlreiche andere Spionage-Apps vom selben Hersteller dürfen außerdem weiter über Paypal bezahlen. Der Zahldienst äußerte sich auf Nachfrage gegenüber Netzpolitik nur ausweichend.

Suchst du nach einer guten PayPal-Alternative? Diese fünf lohnen sich. Vielleicht hilft es auch erst einmal dein PayPal-Konto sicherer zu machen.

Zu den Kommentaren
Neueste Videos auf futurezone.de

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen