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Seltener Einblick in die Spionage: Militär und Geheimdienst arbeiten mit einem künstlichem Gehirn

Das Analysetool Sentient spioniert für die US-Regierung als künstliches Gehirn.
Das Analysetool Sentient spioniert für die US-Regierung als künstliches Gehirn.
Foto: imago images/Westend61
Militär und Geheimdienst haben so ihre Mittel, von denen wir nur wenig wissen. Doch nun gab es tiefere Einblicke in das künstliche Gehirn Sentient.

Auf einem Weltraum-Symposium in Colorado Springs gab es einen seltenen Einblick in das Spionage-Repertoire des Militärs und Geheimdienstes. Dabei wurde auch über das Analysetool Sentient gesprochen, um das sich schon seit 2010 allerlei Gerüchte ranken. Das Tool gilt als eine Art künstliches Gehirn, das mit Datenmengen jonglieren kann.

Künstliches Gehirn: Was steckt hinter dem Analystetool Sentient?

In dem Vortrag sprachen der Direktor der National Geospatial-Intelligence Agency (NGA) und ein Air Force Vertreter und verrieten bisher unbekannte Details. Alles was in den Aufgabenbereich der NGA fällt, handelt von Daten mit einem Zeit- und Ortsstempel und wird von den verschiedenen Diensten erfasst. Dazu wären Programme nötigt, um die Datenmenge in Echtzeit zu interpretieren.

Die genauen Mittel hierfür wurden nicht genannt, doch stattdessen wurde das Analysewerkzeug Sentient erwähnt. Es ist ein Produkt der National Reconnaissance Office (NRO) und verschlingt nicht nur allerhand Daten, sondern vergleicht sie mit Inhalten aus der Vergangenheit und Gegenwart. Es versucht auch Aussagen zu treffen, welche Informationen in Zukunft relevant sein können und richtet Satelliten im Weltall schon mal auf möglicherweise wichtige Gebiete aus. Man könnte Sentient als ein Tool mit eigenem, datengetriebenem Denkvermögen beschreiben, das bei der Spionage hilft.

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Viele Gerüchte um das Analysetool Sentient

Das Analysetool wurde seither als Regierungsgeheimnis behandelt. Doch nun kamen in letzter Zeit öfters Details zu Sentient ans Licht. Seit 2010 ranken sich aber bereits die Gerüchte um das Tool mit dem künstlichen Gehirn.

"Sentient katalogisiert normale Muster, erkennt Anomalien und hilft bei der Vorhersage und Modellierung der möglichen Vorgehensweisen von Gegnern", erklärt die NRO-Pressesprecherin Karen Furgerson gegenüber The Verge. So könnte es beispielsweise Raketenbewegungen erfassen und Satellitensensoren auf wichtige Orte richten.

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Ein Denksystem mit künstlichem Gehirn

"Sentient ist ein Denksystem", betont Furgerson. Aus Dokumenten der NRO geht hervor, dass das Analysetool Satelliten effizienter für Spionagezwecke einsetzen kann. Menschen könnten sich auf tiefergehende Analysen konzentrieren, während Sentient sich mit gröberen Datenmengen beschäftigt. Doch welche Nachteile das künstliche Gehirn der US-Regierung mit sich bringt, ist nicht klar.

Mit den Informationen zu Sentient wird man auch in Zukunft spärlich umgehen. Furgerson betont, dass ein hohes Risiko dahinter steckt. Je mehr die Öffentlichkeit weiß, desto höher sei der Verlust der nationalen Sicherheit in der USA.

Hat dich der Artikel zum Analysetool Sentient nun paranoid gemacht? Das künstliche Gehirn, sollte für dich kein Problem sein, aber dein Handy könnte eine Wanze sein. So erkennst du Spionage-Apps. Ausgerechnet diese drei Apps spionieren dein Handy aus. Du solltest sie sofort löschen.

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