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Amazon-Mitarbeiter hören dir nicht nur beim Sex zu – sie beobachten dich auch

Amazon Mitarbeiter sichten mithilfe der Sicherheitskamera Cloud-Cam scheinbar intimste Aufnahmen.
Amazon Mitarbeiter sichten mithilfe der Sicherheitskamera Cloud-Cam scheinbar intimste Aufnahmen.
Foto: iStock/ D-Keine
Ein neuer Tag, ein neuer Smarthome-Skandal? Laut eines aktuellen Berichtes bobachten Amazon-Mitarbeiter mithilfe der Sicherheitskamera Cloud-Cam heimlich Nutzer – und zwar in den intimsten Situationen.

Der Konzern Amazon bewirbt die Cloud-Cam-Sicherheitskamera mit intelligenten Funktionen. Das Gerät benötigt für die dahinterstehende künstliche Intelligenz (KI) Daten zur Verbesserung der Technik. Laut eines Berichts von Bloomberg, der sich auf fünf ehemalige Mitarbeiter beruft, sichten Dutzende Amazon-Angestellte in Indien und Rumänien aufgrund dessen die Aufnahmen der Überwachungskameras – so weit, so verständlich. Denn laut Amazon werden nur Videoaufnahmen überprüft, die Cloud-Cam-Besitzer zur Fehlerbehebung einreichen, oder Material, das von Mitarbeitertestern stammt. Doch ehemalige Amazon-Mitarbeiter berichten nun Gegensätzliches.

Amazon-Mitarbeiter spionieren Kunden via Sicherheitskamera aus

Im April 2019 wurde bekannt, dass Mitarbeiter des US-Unternehmens Amazon Sprachbefehle der digitalen Sprachassistentin Alexa von Nutzern transkribieren und auswerten. Obwohl Amazon seinen Fehler eingestand, nimmt die Kunden-Spionage damit kein Ende.

Denn ein neuer Bericht von Bloomberg, der sich auf fünf ehemalige Mitarbeiter beruft, besagt, dass täglich rund 150 Videobeiträge der Sicherheitskamera Cloud-Cam von Mitarbeitern ausgewertet werden, um dessen KI-Algorithmen zu trainieren und zu verbessern. Weiterhin behält sich der Konzern in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen das Recht vor, Bilder, Audio und Video, die von Geräten aufgenommen wurden, zu verarbeiten, um seine Produkte und Dienstleistungen zu verbessern.

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Mitarbeiter berichten von intimen Aufnahmen

Laut Amazon stammen diese Aufnahmen von Testmitarbeitern und Kunden, die diese wiederum freiwillig einsendeten. Die besagten Mitarbeiter zweifeln allerdings an dieser Aussage, denn die Aufnahmen hätten die Eigentümer auch in äußerst intimen Situationen gezeigt, in einigen Fällen auch beim Sex. Solche Aufnahmen würden als Clips mit unangemessenem Inhalt gekennzeichnet. Dem Bericht zufolge erklärte eine Amazon-Sprecherin, dass solche Aufnahmen gelöscht würden. Es blieb jedoch offen, wie es überhaupt zu diesen Aufnahmen kommen konnte.

Die ehemaligen Mitarbeiter berichten weiterhin, dass vermehrt Aufnahmen unter den Mitarbeitern geteilt würden – trotz der hohen Sicherheitsstandards,die dies verhindern sollten, so Golem.

Generell ist die Sicherheit, die WLAN-Überwachungskameras bieten, umstritten. Derzeit ist die Sicherheitskamera noch nicht in Deutschland, Österreich oder der Schweiz erhältlich. Sicher bist du jedoch trotzdem nicht. Denn: Auch Microsoft spioniert mithilfe der so vertrauenswürdig anmutenden Xbox One.

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