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"Mario Barth deckt auf" – aber völlig falsch: Bei Elektroauto-Kosten macht er schlapp

In "Mario Barth deckt auf" ging es am Mittwochabend wie üblich hitzig zu. Das Thema diesmal: Elektroauto-Kosten. Die Rechnung ging allerdings nicht auf.
In "Mario Barth deckt auf" ging es am Mittwochabend wie üblich hitzig zu. Das Thema diesmal: Elektroauto-Kosten. Die Rechnung ging allerdings nicht auf.
Foto: Getty Images Europe
In seiner Show "Mario Barth deckt auf" wollte der Comedian witzig vorrechnen, wie viel Elektroautos kosten. Leider passierten ihm dabei peinliche Fehler.

In seiner "Investigativen Comedyshow" auf RTL knöpfte sich Mario Barth am Mittwochabend das E-Auto vor. Gleich war klar: Begeistert ist er davon nicht. In typisch derber Manier rechnete er schließlich vor, wie viel Elektroautos kosten. Dabei VERrechnete er sich aber ganz schön – beziehungsweise sein Team hinter den Kulissen. "Mario Barth deckt auf" – oder nicht.

Mario Barth deckt Elektroauto-Kosten auf? Mitnichten

Es sollte eine seiner typischen Lachnummern sein, gepaart mit ein bisschen Anspruch, auf den er in seiner RTL-Comedyshow Wert legen will. Dann wurde der Gag jedoch zum peinlichen Desaster: "Mario Barth deckt auf", beziehungsweise wollte aufdecken, wie viel Elektroautos kosten. Die Rechnung ging aber nicht auf.

Dabei hat der Comedian ein Team zur Seite, das derartige Sachverhalte zur Sendung für ihn vorbereitet. Das ist ihm dieses Mal nicht gelungen. Wie watson berichtet, war die Rechnung zur Ökobilanz von E-Autos falsch.

Fehler 1: Das Diesel-Missverständnis

Dabei fing der Gag für den Unterhalter gut an, der sich nicht begeistert zeigte von Elektroautos, die "Milliarden an Steuergeldern" verschlingen würden, Subventionen, die Diesel-Autos nicht mehr bekämen – angeblich. In Wirklichkeit jedoch steht ein Vorschlag des Verkehrsministeriums noch zur Entscheidung aus. Demzufolge soll die Kaufprämie für E-Autos bis 2023 zusätzlich mit 2,6 Milliarden Euro und bis 2030 mit 3,6 Milliarden Euro bezuschusst werden. Auch die Ladeinfrastruktur will man ausbauen (geschätzte Kosten: 300 Millionen Euro bis 2020).

Aber: Der Fördertopf ist insgesamt mit 1,2 Milliarden Euro gedeckelt, die Hälfte übernehmen sogar die Hersteller. Demgegenüber steht der Diesel-Treibstoff, der von der Bundesregierung seit Jahren verbilligt wird, allerdings über einen niedrigeren Steuersatz statt Subventionen. Damit verzichtet der Bund auf rund 9,5 Milliarden Euro im Jahr. Von wegen die Steuerzahler müssten für die Elektroauto-Kosten aufkommen. "Mario Barth deckt auf" lag falsch.

Fehler 2: Barths Besuch auf der IAA

Barth macht auf investigativ, deshalb ging er im Vorfeld der Sendung auf die Auto-Messe IAA. Transparent war das Ergebnis davon aber nicht, denn irgendwie schusterte er es sich so zurecht, dass am Ende herauskam, dass Batterien von E-Autos "nie kaputtgehen würden. Der Comedian verrät nicht, von wem die Aussage stammt.

Außerdem wären am Stand von VW nur Elektroautos ausgestellt gewesen. Wie watson berichtet waren es aber genau 23 E-Wagen und 19 mit Verbrennungsmotor. Das passte aber wohl nicht ins Konzept von "Mario Barth deckt auf".

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Fehler 3: Die dubiose Expertensuche

Dann trat auch noch Dieter Teufel auf, Leiter des Umwelt- und Prognose-Instituts aus Heidelberg, der bekannt dafür ist, das Elektroauto nicht nur wegen seiner Kosten zu verdammen. Sie würden sogar mehr CO2 verursachen als Benziner. Das sehen andere Experten wie das Wirtschaftsinstitut Ifo mittlerweile ähnlich. Barths Fehler: Er ließ keinen Experten der Gegenseite zu Wort kommen. Schließlich ging es ja darum, die Elektroauto-Kosten und -Umweltbilanz zu verteufeln.

Zur Ladeinfrastruktur sprach dann schließlich Autoverkäufer Dirk Steeger, ein Duz-Freund von Barth. Der Comedian habe keine anderen Ansprechpartner für die Sendung gefunden.

"Mario Barth deckt auf", aber nur halb

So wurde "Mario Barth deckt auf" am Mittwochabend zu einer Lachnummer, allerdings für den Comedian selbst. Seine Elektroauto-Kosten-Rechnung jedenfalls ging nicht auf. Immerhin soll er, so watson, auch auf ernstzunehmende Probleme von Elektromobilität hingewiesen haben, wie die Kinderarbeit im Kongo. Minderjährige schürfen dort in Minen nach Metall für die Batterien.

Ein polarisierendes Thema ist es. Schließlich ist es gefährlich Elektroautos zu Hause zu laden und Elektroautos können soziale Probleme verursachen. Aus etlichen Gründen könnte deshalb bald das Ende von Elektroautos gekommen sein. Mehr zum Thema gibt es auf unserer Themenseite #Elektroauto.

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