Digital Life 

Koks-Lieferung für Rewe: Google Maps lockt Schmuggler auf die falsche Fährte

Fünf Schmuggler der "Westbalkan-Mafia" wurden wegen eines Fehlers der Google Maps-Navigation vors Landgericht Landshut gebracht.
Fünf Schmuggler der "Westbalkan-Mafia" wurden wegen eines Fehlers der Google Maps-Navigation vors Landgericht Landshut gebracht.
Foto: Armin Weigel/dpa
Dass die Google Maps-Navigation mal spinnt, kann passieren. Unpraktisch wird das, wenn darunter das Geschäft leidet. Das musste ein Schmuggler auf die schmerzhafte Art lernen.

Fünf albanische Schmuggler mussten sich zuletzt dem Landgericht in Landshut stellen. Ihnen war zuvor ein fataler Fehler unterlaufen, als sie ihr in Bananenkisten gelagertes Kokain an den Mann bringen wollten. Das Problem: die Google Maps-Navigation hat gesponnen. Von Ecuador hatten die Männer die Drogen nach Hamburg verschifft, auf dem Weg zum Abnehmer ging dann alles schief.

Google: News und Updates
Videos rund um Google

Google Maps-Navigation: Fehler lässt Schmuggler auffliegen

Mindestens zwei Tonnen Kokain sollen Schmuggler der "Westbalkan-Mafia" in den Bananenkisten nach Deutschland gebracht haben. Erreichten sie den Hamburger Hafen, wurden sie an Lagerhallen in die Winkel der Bundesrepublik versandt, damit die vermeintlichen Bananen reifen konnten. Bei den echten Früchten ist das ein gängiges Verfahren. Sie kommen grün in Deutschland an und lagern in diesen sogenannten Reifehallen, bis sie in den Verkauf gehen.

Kam das Rauschgift in der vorab bestimmten Reifehalle an, dauerte es nicht lang, bis ein Team der Bande einbrach. Die Schmuggler entnahmen dann das Kokain und sendeten es über weitere Komplizen in die Niederlande, wo es letztenendes an die Dealer ging. Aufgeflogen war der Plan lediglich wegen eines Fehlers in der Google Maps-Navigation: zwei Gebäude waren vertauscht und noch dazu falsch beschriftet.

Kokain-Schmuggel historischen Ausmaßes

Unter einem gänzlich neuen Modus Operandi hatten die albanischen Hintermänner einen der größten Kokain-Schmuggel in der deutschen Geschichte ausgearbeitet. Wer hätte da schon damit gerechnet, dass die Handlanger kurzerhand in die falsche Lagerhalle einsteigen? Die Drogen blieben indes unberührt, bis sie schließlich 2017 vom Mitarbeiter einer Rewe-Filiale beim entpacken der Bananenkisten entdeckt wurden.

Ermittler verfolgten die Spuren der Schmuggler zurück und stellten ihnen eine Falle. Der Süddeutschen Zeitung zufolge fanden die Aktivitäten der Bande zuletzt unter den wachsamen Augen von insgesamt gut 500 Ermittlern statt, bis diese ihre Falle zuschnappen ließen. Dennoch: Gefasst und vor Gericht gestellt wurde scheinbar nur das Fußvolk. Unser Tipp fürs nächste Mal: Einfach die wirklich wichtigen Google Maps-Routen speichern.

Zu den Kommentaren
Neueste Videos auf futurezone.de

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen