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Digitale Krankschreibung: Der gelbe Schein hat ausgedient

Die Krankmeldung auf Papier soll künftig durch eine digitale Bescheinigung ersetzt werden
Die Krankmeldung auf Papier soll künftig durch eine digitale Bescheinigung ersetzt werden
Foto: iStock/Moyo Studio
Die Krankmeldung auf Papier soll künftig durch eine digitale Bescheinigung für den Arbeitgeber ersetzt werden. Die Änderung dient dem Abbau unnötiger Bürokratie.

Ein jeder Arbeitnehmer kennt es: Man muss sich mit einer Grippe zum Briefkasten schleppen, weil die Krankmeldung unbedingt rechtzeitig beim Arbeitgeber vorliegen soll. Mit einem neuen Gesetz soll das künftig nicht mehr nötig sein: Der Bundestag hat beschlossen, dass der Papierschein digital wird. Schon bald soll die Krankschreibung online übermittelt werden.

Krankschreibung online: Schluss mit der Zettelwirtschaft

Bisher waren Krankschreibungen für alle Parteien sehr mühsam. Gleich drei Bescheinigungen erhalten Arbeitnehmer derzeit beim Arzt: Eine für den Arbeitgeber, eine für die Krankenkasse und eine für die persönlichen Akten. Erstere müssen Arbeitnehmer im Moment noch selbst übermitteln.

Ein Gesetzesentwurf, der das Prozedere vereinfachen soll, hat nun den Bundestag passiert: Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen sollen in Zukunft nicht nur digital von den Ärzten an die Krankenkassen übermittelt werden. Die Kasse soll den Arbeitgeber außerdem elektronisch über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit informieren.

Mit einem Weg zum Arzt hat der Arbeitnehmer somit schon bald alle seine Pflichten erledigt und kann sich voll und ganz seiner Genesung widmen.

Experten erheben Zweifel

Ab dem 1. Januar 2022 sollen Krankschreibungen online übermittelt werden. Obwohl das neue Gesetz den bürokratischen Aufwand deutlich mindert und Arbeitnehmern das Leben leichter macht, werden auch kritische Stimmen laut.

Ob bis dahin aber schon technische Voraussetzungen für das neue Verfahren geschaffen sind, sei fraglich, sagt Maike Janczyk, Sprecherin des AOK-Bundesverbands. Grundsätzlich wäre eine zeitnahe Umsetzung zwar gut, es bringe aber nichts, wenn "dann noch lauter Fehler bei der Verarbeitung passieren." Technische Störungen bei der Übermittlung der Daten befürchtet auch DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. "Solange viele Ärzte noch gar nicht auf elektronische Datenübermittlung eingestellt sind, sind hier erhebliche Zweifel geboten", sagte sie bei n-tv.de.

Das Gesundheitssystem wird zunehmend digitaler: Du willst eine Apple Watch? Deine Krankenkasse gibt dir Geld. Aber auch Google, Amazon und Apple betreffen bald deine Gesundheit.

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