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Überwachung ohne Ende: Erschaffer von Amazon Alexa enthüllt Beänstigendes

Amazon Alexa soll bald echte Konversationen mit dir führen. Das ist die Vision für die Überwachung der Zukunft.
Amazon Alexa soll bald echte Konversationen mit dir führen. Das ist die Vision für die Überwachung der Zukunft.
Foto: AP/Mike Stewart
Inside Alexa: Der Schöpfer von Amazons Sprachassistentin verrät nun erschreckende Pläne für die Zukunft. Demnach soll Alexa dein gesamtes Leben überwachen und sogar steuern.

Seit der Enthüllung, dass Amazon-Mitarbeiter Alexa-Besitzer abhören, ist es still geworden um die Sprachassistentin. Nun aber verrät ihr Schöpfer in einem Interview gruselige Details über seine nächsten Pläne. Eines wird dabei deutlich: Amazon Alexa soll das komplette Leben seiner Nutzer überwachen und steuern.

Wissenswertes rund um Alexa & Co.
Wissenswertes rund um Alexa & Co.

Das wird aus Amazon Alexa: Des Schöpfers unheimliche Pläne

Sprachassistenten haben ihre Vorteile: Sie spielen auf einfache Anweisungen hin Spotify-Playlisten ab, ersetzen den Handy-Wecker und wissen, ob es heute regnet. Nach wie vor müssen sie aber Kritik einstecken, so wie Amazons Alexa vor ein paar Monaten vorgeworfen wurde, Nutzer ungewollt abzuhören. Das stimmte sogar. Wenn diese aber die Dienste der Sprachassistentin weiter nutzen wollen, bleibt ihnen kaum etwas erspart, wie der Alexa-Schöpfer nun in einem Interview verriet.

Seine Pläne für die Zukunft der smarten Assistentin sind ebenso einfach wie gruselig: Alexa soll das gesamte Leben ihrer Besitzer steuern. Sie soll ihre Bedürfnisse sogar voraussehen. Die Krux: Dabei muss sich die Sprachassistentin von ihren bisher passiven zu proaktiven Interaktionen hin entwickeln, sagte Rohit Prasad, Head Scientist von Alexa im Gespräch mit der MIT Technology Review. Auf dem WebSummit in Lissabon stellte der Manager seine Zukunftsvision offiziell vor.

Die Idee sei es, Alexa zu einem allzeit präsenten digitalen Begleiter zu machen, der aktiv das Leben der Nutzer "orchestriere". Um das zu können, müsse die Sprachassistentin ihren Besitzer besser kennen als je zuvor. Alexa kann heute schon mehr als 85.000 Smart Home-Produkte steuern, von Fernsehern bis zu Türklingeln. Sie ist fähig, über 100.000 sogenannte Alexa Skills beziehungsweise Alexa-Befehle auszuführen, und es werden immer mehr.

Ein Abend mit Alexa

Auf der re:Mars-Konferenz im Juni hat Prasad bereits ein Feature vorgestellt, dass zeigt, wie das gehen soll: Alexa Conversations. Beispiel Abendplanung mit Alexa. Anstatt ihr nun Anweisungen für jeden Teil des Abends zu geben, muss der Nutzer einfach nur ein Gespräch mit ihr beginnen, beispielsweise mit der Bitte, Kinokarten zu kaufen. Daraus entwickelt die Sprachassistentin dann den Abend, fragt proaktiv nach einer Restaurant-Reservierung oder schlägt Bars für den Absacker vor.

Die Frage ist nun, was dazu nötig ist. Bessere Hard- und Software für die Assistentin auf jeden Fall. Zudem mehr Zubehör, hier hat Amazon bereits mit neuen Echo Buds-Bluetooth-Kopfhörern und Echo Loop, einem smarten Ring, einen Start gemacht. Produkten für unterwegs also. All das trägt dazu bei, dass Alexas Überwachung (manche mögen es Spionage nennen) zunehmen wird.

Software-seitig sind neue Fähigkeiten möglich, mit denen Alexa Informationen verarbeiten kann. Sprach- und Videoerkennung gehören ebenso dazu wie Prognose- und Entscheidungsfähigkeiten und zunehmend auch Argumentationsfähigkeiten. Alexa wird kultivierter als je zuvor.

"Ich glaube, darum geht es in den nächsten Jahren: Argumentieren und persönlicher gestalten, mit mehr Kontext", sagte Prasad. "Es ist, als würde man alles zusammenbringen, um diese massiven Entscheidungen zu treffen."

Datenschützer warnen vor Alexa

Dass das wieder die Datenschützer auf den Plan rufen wird, ist sehr wahrscheinlich. "Es geht letztendlich darum, den Alltag von Einzelpersonen und Personengruppen zu monetarisieren", gab Jeffrey Chester, Geschäftsführer des Center for Digital Democracy, einer Organisation zur Förderung des Verbraucherschutzes mit Sitz in Washington, DC. in der MIT Technology Review zu bedenken.

Laut Prasad habe es sein Team geschafft, Nutzerdaten automatisch zu löschen und Besitzern von Amazon Alexa die Möglichkeit eines Opt-Outs zu geben. Ein Amazon-Sprecher sagte außerdem ,dass Daten nicht an Drittanbietern weitergegeben würden, es sei denn der Nutzer würde Dienste wie Amazon.com mithilfe von Alexa nutzen. Das ist Vielen aber immer noch zu oberflächlich.

Es wird sich zeigen, ob die Zukunftsvision für Amazon Alexa zur allzu großen Überwachung oder gar Spionage für Nutzer wird. Einer neuesten Auswertung von Strategy Analytics zufolge ist das noch nicht der Fall, im Gegenteil: Amazon steht auf Platz eins der smarten Speaker weltweit nach Verkäufen. Und während im Quartal 2 2018 noch 4,1 Millionen der Geräte mit Alexa verkauft wurden, sind es im selben Zeitraum 2019 schon 6,6 Millionen gewesen, bis jetzt. Und das Weihnachtsgeschäft kommt erst noch. Vom Ende der Überwachung ist also keine Rede.

Hast du damit kein Problem, zeigen wir dir, wie du Amazon Alexa einrichtest. Außerdem kannst du dein Amazon Fire TV mit Alexa steuern.

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