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Diese beliebten Webseiten für Online-Nachrichten sind gefälscht

Manche Online-Nachrichten-Portale sind nicht, was sie zu sein scheinen.
Manche Online-Nachrichten-Portale sind nicht, was sie zu sein scheinen.
Foto: imago/Westend61
Es gibt Portale, die dir News online versprechen, tatsächlich aber über keine Inhalte verfügen. Das Verrückte: Sie verzeichnen trotzdem unerhörte Einnahmen.

Das Internet bietet Betrügern einen hervorragenden Spielplatz, um sich auch in großem Stil an anderen gütlich zu tun. Ein erstaunliches Beispiel dafür bieten gerade mehrere Portale für Online-Nachrichten, die Millionen Nutzer anlocken, aber eigentlich nichts zu bieten haben. Sie sind eine ganz neue Art von Fake News.

Diese Online-Nachrichten-Portale sind nicht, was sie scheinen

In den USA wurden mehrere Fälle von gefälschten Portalen für Online-Nachrichten aufgedeckt, die ihresgleichen suchen. Zu diesen Fake News online gehören die "Albany Daily News" und ihre kanadische Schwesterseite "City of Edmonton News" sowie die "Laredo Tribune" und das Portal "Stanton Daily". Allein die Online-Nachrichten der "Albany Daily News" sollen Analysen von SimilarWeb zufolge (via BuzzFeed) nur im August rund 10 Millionen Mal aufgerufen worden sein.

Dabei hat die in Albany populärste Seite für Online-Nachrichten ein einfaches Erfolgsrezept: Alles fälschen und jede Menge Werbegelder scheffeln. Das Portal ist allerdings nur eine leere Hülle seiner selbst, gefüllt mit altem Content, der monatelang mit fragwürdigen Zugriffen versorgt wurde. Dieser ist Teil eines Betrugsschemas rund um digitale Anzeigen, wie das Unternehmen für Betrugsprävention, Social Puncher, feststellte (PDF).

Auch das Online-Nachrichten-Portal "City of Edmonton News" verzeichnet einen bemerkenswerten Traffic, der deutlich mehr Zugriffe beinhaltet, als jener authentischer News online, wie der des "Edmonton Journal" und der "Edmonton Sun". Fake News sind auch hier ein Erfolgsgarant.

Fake News ohne Mitarbeiter und Aktualisierungen

Wie absurd diese Betrugsmaschen mit Fake News und Online-Nachrichten ist, zeigt auch, dass beide Portale über Monate nicht aktualisiert wurden und auch keine Mitarbeiter oder größere Unternehmen mit den Webseiten in Verbindung gebracht werden können. Ihre Homepages beinhalten nichtssagende, umgeschriebene und veraltete News zu lokalen Ereignissen. Dazu kommt alter Content über Promis, der nichts mit der Stadt zu tun hat, für die sie stehen.

Dennoch scheinen die Portale gemessen an ihrem enormen Traffic und den digitalen Anzeigen mehr Geld mit programmatischer Werbung zu machen, als die führenden Online-Nachrichten-Portale der jeweiligen Städte.

Keine Einzelfälle im Bereich Fake News

Dass Betrugsmaschen mit vorgetäuschtem oder manipuliertem Publikum und anderen Techniken auf dem Vormarsch sind, sehen Experten bereits bestätigt: "Die Menge an verlässlichen, verifizierten, aktuellen, unabhängig produzierten lokalen Nachrichten nimmt ab, und überall, wo man sich hinwendet, trifft man auf Müll wie diesen", so April Lindgren, Professorin an der Ryerson School für Journalismus in Toronto.

Webseiten für Online-Nachrichten wie "Albany Daily News" und "City of Edmonton News" gäben sich als lokale Ausläufer aus, um glaubwürdig genug zu erscheinen, um mit ihren News online von digitalen Werbesystemen akzeptiert zu werden. Das sei auch der einzige Zweck, zu dem sie konzipiert wurden. Da keine Überprüfungen stattfänden, könnten die Portale augenblicklich damit beginnen, Geld zu verdienen.

Die meisten Einnahmen werden dabei über das Google Anzeigen-Netzwerk generiert, das den Portalen beste Möglichkeiten bietet, Umsatz zu machen. Laut Google würden die Webseiten dabei jedoch gegen keine der bestehenden Richtlinien verstoßen.

Das macht den Traffic so verdächtig

In Sachen Zugriffe wird es noch verdächtiger. So sollen laut SimilarWeb über 70 Prozent des Traffics der Edmonton-Seite "direct" sein, was bedeuten würde, dass die Nutzer die URL gezielt in einen Browser eingeben, um die Seite aufzurufen. Dieses Szenario sei höchst unwahrscheinlich.

Dazu käme, dass der größte Anteil an Nutzern der US-amerikanischen Seite aus Kanada kommt, und der größte Anteil der Nutzer der kanadischen Seite aus den USA. Dabei wäre es zu erwarten, dass lokale Online-Nachrichten den stärksten Zugriff mindestens aus dem eigenen Land erfahren. Zudem sollen fast 100 Prozent der User über mobile Geräte auf die Seiten gelangt sein. Die Schlussfolgerung der Experten von Social Puncher: Das angebliche Publikum ist zu großen Teilen Fake.

So erkennst du Fake News

Willst du dich nicht von gefälschten Online-Nachrichten an der Nase herumführen lassen, gibt es einfache Mittel, Fake News zu erkennen. Darunter auch ein Spiel, dass hilft, Fake News online zu enttarnen.

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