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Nie wieder Fake-Reviews: Händler müssen künftig Amazon Bewertungen prüfen

Online-Händler werden künftig angehalten, Amazon Bewertungen zu prüfen und Fake-Reviews zu entlarven.
Online-Händler werden künftig angehalten, Amazon Bewertungen zu prüfen und Fake-Reviews zu entlarven.
Foto: iStock/jetcityimage
Um irreführende Bewertungen im Netz auszumerzen, will die EU härter gegen Fake-Reviews vorgehen. Aufgrund dessen müssen Online-Händler wie Amazon bald Bewertungen prüfen.

Im Online-Handel sind Produktbewertungen zumeist auschlaggebend für die Entscheidung für oder gegen einen Kauf. Gute Bewertungen sind somit gleichzusetzen mit einem wirtschaftlichen Erfolg. Aus diesem Grund floriert im Netz der Markt der gefälschten und irreführenden Produkt-Reviews, die Konsumenten hinters Licht führen. Die EU geht nun verstärkt gegen das Problem vor und plant, Online-Händler, wie diese der Handelsplattform Amazon, selbst in die Pflicht nehmen. Künftig muss beispielsweise Amazon seine Bewertungen selbst prüfen.

Amazon Bewertungen prüfen: Online-Händler haften künftig

Der Bundesgerichtshof (BGH) befasst sich derzeit mit falsche Produktbewertungen vermeintlicher Kunden auf Handelsplattformen wie Amazon. Um Nutzer zu schützen, werden Online-Händler zur Transparenz angehalten und sind in Zukunft dazu verpflichtet, zum Beispiel Amazon-Bewertungen zu prüfen.

Auch müssen Händler Kunden über den Prozess der Prüfung aufklären und offenlegen, ob sämtliche Bewertungen, positiv oder negativ, veröffentlicht werden. Sofern behauptet wird, dass eine Bewertung von einem Konsumenten verfasst wurde, muss belegt werden, dass dieser das Produkt tatsächlich genutzt hat.

Der Onlineriese Amazon lässt verlauten, dass er bereits jetzt sehr aktiv gegen Fake-Reviews vorgehe. Demnach würde das Unternehmen sämtliche Amazon-Bewertungen prüfen, und zwar rund um die Uhr durch den Einsatz automatisierter Systeme. Verdächtige Einträge würden geprüft und wenn notwendig geblockt oder gar entfernt. Aber: Zu belegen, dass die Bewertungen tatsächlich gefälscht sind, ist juristisch schwierig.

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Bis zu 13 Millionen Fake-Bewertungen wurden unterbunden

Auch die Zahlen, die das Unternehmen selbst offenbart, erschrecken: So habe man – und das sind bloß jene Bewertungen, die auch entdeckt und entfernt wurden – im vergangenen Jahr 13 Millionen "Versuche unterbunden, eine unechte Bewertung abzugeben, und [...] Sanktionen gegen mehr als fünf Millionen Täter ergriffen, die versuchten, Bewertungen zu manipulieren", zitiert derStandard Amazon.

Unklar bleibt allerdings zunächst, ob der Plattformbetreiber selbst, zum Beispiel Amazon, oder gar die externen Verkäufer die Reviews wie Amazon-Bewertungen prüfen müssen. Diese fehlende Klärung ist gerade für Konsumenten enorm ärgerlich. Denn: Kaufst du online ein, wirst du höchstwahrscheinlich auch auf die Rezensionen vertrauen. Wir zeigen dir ein paar Tricks, mithilfe dessen du Amazon-Bewertungen selbst entlarven kannst. Schließlich ist allgemein bekannt, dass man dem Sterne-Ranking nicht vertrauen kann.

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