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Vorsicht, falsche Apple-News: Glaub ja nicht, was Donald Trump hier behauptet

US-Präsident Donald Trump geht mit einer falschen Apple-News hausieren.
US-Präsident Donald Trump geht mit einer falschen Apple-News hausieren.
Foto: AP/Manuel Balce Ceneta
US-Präsident Donald Trump verbreitet derzeit eine Apple-News, deren Wahrheitsgehalt doch sehr zweifelhaft ist. Wir erklären, worum es geht.

Während das Amtsenthebungsverfahren noch läuft, nutzt US-Präsident Donald Trump die Zeit für Eigen-PR. Derzeit ist er auf Werkstour unterwegs und besichtigte am Mittwoch gemeinsam mit CEO Tim Cook ein Werk von Apple in Texas. Im Zuge dessen ließ er es sich nicht nehmen, eine Geschichte aufzutischen: Angeblich hat er persönlich mit seiner Politik dafür gesorgt, dass das Werk überhaupt gebaut wird. Diese vermeintliche Apple-News ist fake.

Donald Trump lobt sich selbst: Seine Apple-News ist aber falsch

Donald Trump und Tim Cook haben in den vergangenen Jahren eine seltsame Beziehung zueinander aufgebaut. Dem Apple-CEO dürfte aber nun gar nicht gefallen, welche angebliche Apple-News der US-Präsident nun vom Stapel gelassen hat: Er macht seine eigene Politik dafür verantwortlich, dass der iPhone-Konzern überhaupt erst eine "neue" Fabrik in den USA gebaut hat.

Das sagte er im Rahmen einer Besichtigung eines Apple-Werks in Texas: "Wir sehen den Beginn einer sehr mächtigen und wichtigen Fabrik", sagte Trump vor Ort. "Jeder, der meine Kampagne verfolgt, weiß, dass ich immer über Apple spreche, dass ich möchte, dass Apple Werke in den Vereinigten Staaten baut. Und das ist es, was passiert." Eine Mischung aus Steuersenkungen und Handelspolitik habe erst zum Bau der Fabrik geführt. Somit habe er, Donald Trump, für neue Jobs gesorgt.

Aus mehreren Gründen ist diese Apple-News eine Fake News. Trump und Apple scheinen sich zwar einigermaßen zu verstehen, allerdings baut Apple nicht wirklich eine Produktionsstätte, sondern vielmehr einen neuen Campus in Austin, Texas, der sich aber meilenweit von der Fabrik entfernt befindet. Dort werden Büroarbeiter beschäftigt sein.

Zudem produziert Apple in dem Werk in Texas nicht selbst. Es gehört einem Auftraggeber namens Flex Ltd. (früher Flextronics), der dort seit 2013 Mac Pros produziert, also an sich nichts Neues. Als Tim Cook sie zum ersten Mal ankündigte, war das also vor Trumps Amtsantritt. Damit ist auch die Behauptung ausgehebelt, das Werk sei auf die Politik des US-Präsidenten zurückzuführen. Trotzdem ließ es sich Donald Trump nicht nehmen, auch auf Twitter noch einmal auf sein Können hinzuweisen:

Weiterhin erklärte Donald Trump, Apple müsse sich dank dieses Werks keine Sorgen um Zölle machen. Auch das ist Fake News, der Konzern ist sehr wohl von den Aufschlägen für aus China eingeführte Bauteile betroffen. Apple hatte sogar überlegt, seine Produktion deshalb komplett wieder nach Asien zu verlegen.

Tim Cook sagt: nichts

Die New York Times stellte die angebliche Apple-News schließlich richtig. Tim Cook sagte bei der Werksbesichtigung nichts zu den Behauptungen des US-Präsidenten. Apple bemüht sich meist um ein politisch neutrales Image, die jüngste Apple-News zeigt aber einmal wieder das seltsame Verhältnis zwischen Trump und Tim Cook auf. Zudem profitiert der iPhone-Konzern mit am meisten von den durch die US-Regierung gesenkten Körperschaftssteuern und ist im Handelskrieg zwischen den USA und China bisher kaum betroffen, wie The Verge schreibt.

Die Apple-News ist also von vorne bis hinten falsch. Viel mehr vom Handelskrieg mit China betroffen ist übrigens Huawei mit seinem Android-Vertrag. Auch interessant: Jüngst forderte Donald Trump den iPhone Home-Button zurück. Aus einem einfachen Grund soll Trump laut Stephen Hawking den Weltuntergang herbeiführen können.

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