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"Propaganda-Maschine": Borat-Darsteller nimmt Facebook auseinander

Als "Borat" brachte Comedian Sasha Baron Cohen Millionen Menschen zum Lachen. Während einer Rede schlug der Darsteller nun aber ernstere Töne an und übte Kritik an Facebook.
Als "Borat" brachte Comedian Sasha Baron Cohen Millionen Menschen zum Lachen. Während einer Rede schlug der Darsteller nun aber ernstere Töne an und übte Kritik an Facebook.
Foto: imago images / Prod.DB
Facebook musste bereits in der Vergangenheit viel Kritik einstecken. Auch Comedian und Schauspieler Sasha Baron Cohen lässt kein gutes Haar an dem Netzwerk.

Comedian und Schauspieler Sacha Baron Cohen dürfte wohl den meisten als "Borat", "Ali G." oder "Brüno" ein Begriff sein. Viel zu lachen hatten die Zuschauer einer Veranstaltung nun aber nicht, als Cohen während einer Rede zum Rundumschlag ausholte und heftige Kritik an Plattformen wie Facebook, YouTube und Twitter übte.

Sacha Baron Cohen: Facebook und Co. sind "Propaganda-Maschinen"

Im Rahmen einer Veranstaltung der amerikanischen Anti-Defamation League (ADL), die sich unter anderem gegen Antisemitismus und Diskriminierung einsetzt, sprach der Schauspieler über die Verantwortung der sozialen Netzwerke. Das ihn das Thema offenbar sehr umtreibt und vor allem Platzhirsch Facebook ihm die Zornesröte ins Gesicht treibt, konnte Cohen während seiner Rede nicht verstecken.

Video: Rede Sasha Baron Cohen

Den Chefs der Tech-Giganten warf er unter anderem vor, eher den eigenen Aktienkurs zu schützen als sich für unsere Demokratien einzusetzen. "Propaganda-Maschinen" seien Unternehmen wie Facebook, Twitter und YouTube, die durch ihre allgegenwärtige Verfügbarkeit Milliarden Menschen auf der ganzen Welt erreichen würden und auf ihren Plattformen Hass und Gewalt fördern, so der Comedian. Die Algorithmen der Unternehmen seien bewusst so gestaltet, "Geschichten, die an unsere niederen Instinkte appellieren und Empörung und Angst auslösen" möglichst sichtbar zu machen – und die Nutzer so bei der Stange zu halten, wie Spiegel Online schreibt.

Brutkasten für Verschwörungstheorien

Verschwörungstheorien haben laut Cohen leichtes Spiel in sozialen Medien. Nicht nur Hassgruppen nutzen die Netzwerke effektiv, auch Geheimdienste würden die Macht von Social Media nutzen, etwa um sich in Wahlen einzumischen. Mit Blick auf die anstehenden Wahlen in Großbritannien und den USA findet Cohen drastische Worte: "Britische Wähler werden zur Wahl gehen, während Onlineverschwörungstheoretiker die abscheuliche Theorie des 'großen Austausches' propagieren, dass weiße Christen absichtlich durch muslimische Einwanderer ersetzt werden, Amerikaner wählten einen Präsidenten, während Trolle und Bots die ekelhafte Lüge einer 'hispanischen Invasion' aufrechterhalten" hätten, so der Schauspieler.

Vorsicht mit deinen Daten
Vorsicht mit deinen Daten

"Leider wird es immer Rassisten, Misogynisten, Antisemiten und Kinderschänder geben", zitiert die Seite den Comedian weiter. "Aber ich denke, wir sind uns alle einig, dass wir Fanatikern und Pädophilen keine kostenlose Plattform bieten sollten, um ihre Ansichten zu verbreiten und ihre Opfer zu erreichen."Zwar hätten die sozialen Netzwerke inzwischen Schritte ergriffen, um die Verbreitung von Hass und Verschwörungstheorien im Netz zu unterbinden, diese seien jedoch meist nur oberflächlich.

Nicht nur die sozialen Netzwerke stehen immer wieder in der Kritik. Auch die Gamesszene steht unter dem Verdacht, Gewalt zu verherrlichen. Du willst auf Facebook verzichten? So kannst du dein Facebook-Konto löschen.

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