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Männergrippe: Nur ein Klischee oder wirkliche Schmerzen? Das sagen Experten

Männergrippe: Nur ein Klischee oder wirkliche Schmerzen? Das sagen Experten
Mi, 27.11.2019, 14.08 Uhr

Männergrippe: Nur ein Klischee oder wirkliche Schmerzen? Das sagen Experten

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Werden Männer wirklich schneller krank als Frauen? Forscher haben eine Antwort auf die Frage nach der Männergrippe, die überrascht.

Es ist wieder soweit: Die Erkältungszeit ist da und auch der Liebste liegt wieder leidend auf dem Sofa. Die Diagnose von Partnerin oder Partner kommt schnell: "Männergrippe". Dabei sind sich viele wahrscheinlich gar nicht darüber bewusst, dass sie damit genau richtig liegen. Denn Männergrippe oder auch Männerhusten ist kein Mythos, wie lange angenommen. Die Herren sind tatsächlich öfter und heftiger krank.

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Männergrippe: Kein Mythos, sondern die Wahrheit

Der Mann ist mal wieder ein Fall für die Intensivstation. Er schnieft, er hustet, er stöhnt. Er hat wahrscheinlich die Männergrippe. Die gibt es nämlich wirklich. Jedenfalls ist es wissenschaftlich erwiesen, dass Männer häufiger als Frauen krank werden. Das ist in ihrem Immunsystem und in ihren Genen verankert. Und Frauen haben zwei weitere Vorteile, wie der NDR im Gesundheitsmagazin "Visite" aufklärte.

Nachteil 1: Das Immunsystem

Forscher der Universität Innsbruck haben das Immunsystem von Männern und Frauen genau untersucht. Dabei haben sie festgestellt, dass die jeweiligen Geschlechtshormone das Abwehrsystem unterschiedlich beeinflussen – sehr zum Nachteil der Männer.

Denn wir Menschen haben zwei körpereigene Immunsysteme, die Bakterien und Viren bekämpfen, wenn diese in den Körper eindringen:

  1. das unspezifische Abwehrsystem: die angeborene allgemeine Immunreaktion, die nicht auf bestimmte Erreger optimiert ist
  2. das spezifische Abwehrsystem: das sich nur gegen bestimmte Krankheitserreger gezielt wehrt, die Abwehrzellen liegen dabei in geringer Menge vor und müssen sich bei einer Infekt ion erst vermehren

Nun ist es so, dass das weibliche Sexualhormon Östrogen die Vermehrung der spezifischen Abwehrzellen anregt. Das männliche Pendant Testosteron wirkt sich jedoch gegenteilig aus. Die Folge: eine Männergrippe im Sinne einer längeren und intensiveren Krankheitsphase. Schließlich reagiert das spezifische Immunsystem von Männern nicht so schnell und aggressiv auf Krankheitserreger wie das von Männern.

Nachteil 2: Die Gene

Ein zweiter Nachteil liegt in den Genen der Männer: Denn auf dem X-Chromosom liegen besonders viele Gene, die für Abwehrprozesse im Körper verantwortlich sind. Frauen haben bekanntlich gleich zwei davon, Männer ein X- und ein Y-Chromosom.

Nachteil 3: Der Schmerz

Frauen sind schmerzempfindlicher als Männer, wie viele Studien herausgefunden haben wollen. Das klingt erst einmal nach einem Vorteil für die Männer und ihren Männerhusten. Denn es bedeutet, dass die Immunreaktion des weiblichen Körpers heftiger und die Symptome einer Erkältung oder Grippe bei Frauen deshalb stärker ausfallen. Allerdings werden Erreger dadurch aggressiver bekämpft, was gut ist. Zudem widmen Frauen ihrem "Leiden" häufig weniger Aufmerksamkeit, während Männer sich auf einzelne Symptome konzentrieren.

Nachteil 4: Das Bewusstsein

Zuletzt ist noch eine gesunde Lebensweise das A und O. Frauen leben einfach gesundheitsbewusster, deshalb sterben sie im Schnitt auch später. Zum Beispiel waschen sie sich dreimal so oft die Hände wie Männer. Das beugt Infektionen vor. Hinzu kommen eine gesunde Ernährung und konsequenteres Impfen.

Männergrippe: Ein Virus wie ein Todesstern

Dass die Männergrippe auch lustig sein kann, beweist dieser kuriose Vergleich von Männergrippe und Todesstern. Letzteres ist die ursprüngliche Bezeichnung einer riesigen Raumstation aus den "Star Wars"-Filmen, deren Feuerkraft ausreicht, einen ganzen Planeten zu vernichten. Klar, dass diese Bedeutung in Form von Bildern, GIFs, Memes und anderen humorvollen Inhalten auf die Männergrippe übertragen wurde.

Ein gleichnamiger Twitter-Account sammelt zudem die lustigsten Sprüche zum Thema.

Mythos Männergrippe endlich enthüllt

Die Männergrippe gibt es wirklich, liebe Damen und Herren. Schuld sind das Immunsystem, die Gene und der Lebensstil. Das ist gut, schließlich haben wir es so auch ein wenig selbst in der Hand, wie krank wir uns fühlen. Dieses Ergebnis ist ebenso erstaunlich wie diese Grippe-Mythen oder der Placebo-Effekt. Doch noch immer gibt es mysteriöse Dinge, die die Wissenschaft sich nicht erklären kann.

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