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Das Ende einer Ära? Eine Facebook-Alternative punktet durch einen zentralen Unterschied

Bedeutet diese Facebook-Alternative, dass Mark Zuckerberg sein Netzwerk bald begraben muss?
Bedeutet diese Facebook-Alternative, dass Mark Zuckerberg sein Netzwerk bald begraben muss?
Foto: iStock/ferrantraite
Das soziale Netzwerk WT.social vom Wikipedia-Gründer Jimmy Wales bietet sich als Facebook-Alternative an und macht durch einen wichtigen Faktor Boden gut. Ist das das Ende von Facebook?

Man stelle sich ein Unternehmen vor, welches Macht und Einfluss im einem solchen Umfang hat, dass sogar Staaten vor Neid erblassen. Das soziale Netzwerk Facebook ist solch ein Konzern. Mit fast 3 Milliarden Nutzern weltweit, besitzt das Portal mehr Reichweite als jede Regierung, jede Zeitung und jeder Fernsehsender. Gleichzeitig wird immer klarer, dass Mark Zuckerberg und sein Team ihre Macht nicht auf transparente und faire Weise ausüben. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales will diesen Zustand nicht länger hinnehmen und bringt seine eigene Facebook-Alternative an den Start, die sich zum Ziel nimmt, ganz ohne Werbung unser globales Miteinander zu verbessern.

Die Facebook-Alternative des Wikipedia-Gründers verspricht Großes

„WT.social“ heißt das spendenfinanzierte Netzwerk von Jimmy Wales. Damit wendet sich Wales gegen einen zentralen Kritikpunkt, den er und andere an Facebook richten: Sie sehen werbefinanzierten Inhalt als den Fußtritt, der die noblen Aspirationen von sozialen Netzwerken wie Facebook die Klippe runterstößt. Zu diesem Zweck setzt Wales zur Finanzierung seiner Facebook-Alternative auf Spenden anstelle von Werbung.

Wikipedia-Gründer Wales sieht aktuell den kritischen Moment gekommen, um aus der Deckung zu kommen. Durch Skandale wie Cambridge-Analytica oder aktuelle Fehltritte im amerikanischen Wahlkampf sieht sich Facebook vehementer Kritik ausgesetzt und befindet sich geradzu in einer Vertrauenskrise, wodurch für Wales und seine Mitstreiter das Fenster der Gelegenheit für Facebook-Alternativen weit offen steht.

Portale wie WT.social punkten nämlich mit dem Versprechen, die Daten ihrer Nutzer zu schützen und vertraulich zu behandeln. Zudem ist die Monopolstellung Facebooks in den Augen vieler mittlerweile eher Dorn als Segen.

Ein Phoenix aus der Medien-Asche – Facebook-Alternative WT.social

Der Erfolg seines Online-Lexikons Wikipedia illustriert, dass Gründer Wales weiß, wovon er spricht. Die virtuelle Bibliothek steht und fällt mit Unmengen an Spenden, die aus der ganzen Welt auf Wikipedias Konto strömen. Und die jahrelang andauernde Dominanz von Wikipedia gibt dieser Strategie Recht.

Ob sich diese auch für die Facebook-Alternative WT.social auszahlen wird, steht allerdings noch offen. Wales Vorgängerprojekt, ein unabhänges Nachrichtenportal namens „WikiTribune“ zu etablieren, scheiterte kürzlich. Aus den hinterlassenen Trümmern soll WT.social jetzt aufsteigen wie der sprichwörtliche Phoenix aus der Asche.

Wie ist die Zukunft der neuen Facebook-Alternative?

WT.social ging Ende Oktober mit circa 400 Mitgliedern online und kann heute stolz auf eine Unterstützerschar von 200.000 Mitgliedern verweisen. Mit sozialen Netzwerken ist die Analyse, gerade im Anfangsstadium, allerdings immer so eine Sache. Weil sie einfach anders als andere wirtschaftliche Produkte funktionieren, darf man diesen Zahlen noch keine allzu große Bedeutung anrechnen. Erst wenn eine sogenannte kritische Masse an Mitgliedern erreicht ist, gilt ein soziales Netzwerk als nachhaltig erfolgreich. Wir werden also die Entwicklung der Facebook-Alternative genau verfolgen.

Jimmy Wales ist nicht Facebooks einziger Kritiker. Auch Borat-Darsteller Sacha Baron Cohen hält mit seiner negativen Meinung bezüglich des sozialen Netzwerks nicht hinterm Berg. Passend dazu zeigen wir dir hier, wie du dein Facebook-Konto löschen kannst.

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