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Neue Facebook App: Sie können einfach nicht genug von dir bekommen

Eine neue Facebook-App ist der neuste Coup in Sachen Überwachung.
Eine neue Facebook-App ist der neuste Coup in Sachen Überwachung.
Foto: REUTERS / Stephen Lam
Datenkrake Facebook schlägt wieder zu. Was hat es mit der neuen Facebook-App zu Marktforschungszwecken auf sich?

Am Anfang hieß es, es würde das Gemeinwohl stärken, indem es Kommunikation über nationale und auch ideologische Grenzen hinweg ermöglicht. Diese noblen Ziele des sozialen Netzwerks Facebook mussten immer mehr harter Ernüchterung weichen, die der Konzern mit intransparenten Strategien und werbefinanzierten, als News getarnten Inhalten, nicht zuletzt selbst zu verantworten hat. Immer mehr wurde das Portal zur Datenkrake, die nicht genug Informationen ihrer Nutzer bekommen kann. Nun gibt es eine neue Facebook-App zu Marktforschungszwecken.

Die neue Facebook-App zur Marktforschung. Trügt der Schein?

Facebook hat jetzt eine App veröffentlicht, die der Marktforschung dienen soll. Viewpoints heißt das Programm, mit dem Nutzer durch Umfragen, Aufgaben und Recherchen Punkte sammeln können, die unter anderem in ihr PayPal-Guthaben überführt werden können. Mit den Ergebnissen dieser Marktforschungsinitiative soll die sogenannte User Experience, also das Erlebnis, welches Nutzer auf den Platformen von Facebook erleben, optimiert werden. Unterm Strich sollen also die Mitglieder von Facebook, Instagram, WhatsApp & Co. profitieren. Aber ist das wirklich so?

Schon in der Vergangenheit startete Facebook Projekte dieser Art und stieß mit diesen teilweise auf Kritik. So bot der Konzern unter anderem minderjährigen Nutzern Geld für die Bereitstellung ihrer Daten an, oder richtete unter dem Schleier eines virtuellen privaten Networks (VPN) eine Facebook-App ein, die das Surfverhalten der Nutzer ausspionieren sollte.

Vorsicht mit deinen Daten
Vorsicht mit deinen Daten

Hat Facebooks neue App aus Fehlern der Vergangenheit lernen können?

Facebook versichert mit der neuen App vieles besser machen zu wollen. So sollen alle Daten, die über Viewpoints gesammelt wurden, transparent gemacht werden. Außerdem müssen Nutzer offiziell volljährig sein, um sich bei der Facebook-App anzumelden. Wie leicht es allerdings ist, solche Beschränkungen im Internet zu umgehen, sollte mittlerweile jedem klar geworden sein.

In einer Mitteilung verspricht Facebook auch, die erhaltenen Daten sensibel zu behandeln und nie an Dritte zu verkaufen. Wie sich zudem der finanzielle Anreiz das PayPal-Guthaben aufzustocken, auf die Popularität der Facebook-App auswirken wird, bleibt zu beobachten.

So bleibt festzuhalten: Vollkommene Überwachung ist nicht Viewpoints Ziel. Man muss erst zustimmen, dass die sensiblen Daten der Facebook-App an den Mutterkonzern weitergeleitet werden dürfen und die Zusage, diese nicht an Dritte weiter zugeben, sondern ausschließlich zur Verbesserung der eigenen Dienste zu nutzen, lässt auch hoffen. Trotzdem sollte man stets Allem, was Online-Daten abgreifen will, mit Vorsicht begegnen.

Kürzlich hat der Wikipedia-Gründer eine Facebook-Alternative vorgestellt, die endlich das Ende von Facebooks Dominanz bedeuten könnte. Hast du genug von Facebook? Dann erfährst du hier, wie du dein Facebook-Konto löschen kannnst.

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