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Forscher warnen vor Totalüberwachung: Amazon Alexa & Co. machen Wanzen unnötig

Wissenswertes rund um Alexa & Co.

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Dass Amazon Alexa und andere Smart Home-Geräte perfekte Spionage sein können, ist bekannt. Wie schlimm das wirklich für uns werden könnte, zeigen Forscher aus Darmstadt auf.

Schon länger ist bekannt, dass Sprachassistenten wie Amazons Alexa und viele andere smarte Geräte im Haushalt zu Spionen werden. Doch wie perfekt die Überwachung wirklich machbar ist, das zeigen jetzt Forscher der Technischen Universität (TU) Darmstadt. Ihnen zufolge brauchen etwa Regierungen keine Wanzen mehr, um das Leben von Menschen auszuspionieren. Was kann man dagegen tun?

Amazon Alexa & Co.: So geht perfekte Überwachung tatsächlich

Smart Home-Geräte nehmen an Beliebtheit immer weiter zu. Dem TÜV-Verband zufolge werden jährlich mehrere Milliarden Euro weltweit damit umgesetzt. An Weihnachten dürften wieder viele Amazon Alexas und andere kleine Spione unter dem Baum liegen. Denn genau das ist das gefährliche Potenzial der Geräte: Sie machen die Überwachung ihrer Besitzer perfekt.

Schließlich werden sie genau dafür angeschafft, das Leben zu erleichtern, und ohne Überwachung geht das nicht. Wie sonst sollten sie wissen, wann sie das Licht einschalten müssen, welche Musik ihr Besitzer mag oder dass sie in seiner Abwesenheit die Wohnung beobachten sollen? Das Problem dabei ist der Grad der "Spionage", den Alexa und Co. immer weiter übertreten, warnen Forscher der TU Darmstadt.

Überwachung durch den Staat – über Gesetzesgrenzen hinaus

"Wenn eine Regierung daran interessiert ist, braucht sie keine Wanzen mehr", sagt der dort tätige Professor Ahmad-Reza Sadeghi vom Institut Cybersecurity. Da könne auch ein Artikel 13 im deutschen Grundgesetz nicht viel ausrichten. Besagter Artikel garantiert die Unverletzlichkeit der Wohnung zum Schutz der Privatsphäre vor staatlichen Eingriffen. In der Theorie.

In der Praxis jedoch könnten totalitäre Regime bei ausreichender Digitalisierung der Bürger die Technik von Amazon Alexa und anderen Smart Home-Geräten zur Überwachung und Spionage nutzen.

Das Problem der Totalüberwachung besteht auch bei Spionage-Apps, gegen die rechtlich vorzugehen selten möglich ist. Zwar sind grundsätzlich das Abhören von Gespräche, unerlaubtes Fotografieren und das Ausspähen von Daten verboten, die Hersteller suchen sich aber Schlupflöcher, um die Möglichkeiten ihrer Anwendungen zu verschleiern. Wer würde zum Beispiel bei einer Überwachungs-Software für Eltern gleich an Spionage denken?

Kleine Entwarnung

Ähnlich ist es eben auch bei Amazon Alexa und Co. Häufig sind den Forschern aus Darmstadt zufolge sogar die kleinen Anbieter von Staubsaugrobotern, Überwachungskameras oder Kinderspielzeug die Störfaktoren. Diese hätten nicht so viel Erfahrung mit Sicherheitslücken. Immerhin: "Bei den meisten steckt keine böse Intention dahinter", sagt Sadeghis Mitarbeiter Markus Miettinen.

Die Wissenschaftler haben eine Platine entwickelt, die feststellt, wie viele Geräte in einem Netzwerk unerwünscht Daten nach außen schicken. Sie schlagen Alarm, falls sie Unerlaubtes beobachten. Die meisten Anbieter würden in der Regel reagieren und den Fehler beheben.

Was tun gegen Smart Home-Spione?

Die Frage bleibt trotzdem: Wie können wir verhindern, dass die Geräte mehr aufnehmen als sie sollen? Auch bei den einfachsten Geräten dürfe die Sicherheit nicht nur die Funktionalität umfassen, auch digitale Sicherheit gehöre dazu. "Die ist nicht in der Gesetzgebung verankert." Für die Forscher ist es deshalb kein Wunder, dass die Cyberkriminalität in Deutschland steigt.

Deshalb sollten möglichst wenig Geräte miteinander verknüpft werden, so Sadeghi. Außerdem könne es nicht schaden, einfach die Kameras von Geräten mit Pflastern abzukleben. Ob allein das gegen Amazon Alexas gruselige Pläne helfen wird, bleibt abzuwarten. Immerhin kannst du das Abhören von Alexa beenden.

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