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Amazon Marketplace: Ex-Programmierer wünscht sich das Ende des Konzerns – warum?

Der Amazon Marketplace sorgt für harsche Kritik am Unternehmen selbst, weswegen sich einer der ersten Mitarbeiter jemals sogar den Ruin des Konzerns wünscht.
Der Amazon Marketplace sorgt für harsche Kritik am Unternehmen selbst, weswegen sich einer der ersten Mitarbeiter jemals sogar den Ruin des Konzerns wünscht.
Foto: iStock/AdrianHancu
Der Amazon Marketplace ist eine tolle Erfindung – möchte man zumindest glauben. Anders sieht das einer der ersten Mitarbeiter des Unternehmens. Er wünscht sich sogar eine Zerschlagung des Konzerns.

Der Amazon Marketplace ist eine Handelsplattform für Drittanbieter, die ihre Waren, gleich ob gebraucht oder neu, auf einem waschechten Marktplatz von Amazon anbieten können. Klingt erst ein mal gar nicht schlecht, wären da nicht die strengen Auflagen und Begünstigungen, die für den Versand-Giganten selbst rausspringen würden.

Amazon Marketplace: Schlechte Behandlung der Händler und zu viel Kontrolle

Nun hat sich einer der ersten Mitarbeiter überhaupt, Programmierer Paul Davis, öffentlich gegen den Amazon Marketplace ausgesprochen. Davis wurde Mitte der 1990er Jahre von Jeff Bezos als zweiter Angestellter der Firmengeschichte eingestellt, verließ das Unternehmen jedoch kurz vor dem Hype des Online-Versandhauses.

Er fordert, dass sich Amazon von seinem Marktplatz, der mehr als zweieinhalb Millionen Drittanbietern eine Handelsplattform bietet, trennt, oder ihn zumindest vom eigenen Angebot trennt.

Seine Argumente sind nicht aus der Luft gegriffen: "Es ist klar, dass etwas wie der Amazon Marketplace im Interesse der Öffentlichkeit liegt. Gäbe es ihn nicht, würdest du ihn dir wünschen. Was allerdings nicht wertvoll oder gar gut ist, ist, dass das Unternehmen, das den Marktplatz anbietet, ebenfalls ein Online-Händler ist. Dadurch hat [Amazon] kompletten Zugriff auf jeden Teil der Daten und kann diese nutzen, seinen eigenen Einzelhandelsmarktplatz auszubauen", so Davis, wie gadgetsnow.com berichtet.

Amazon sieht Kritik an Marketplace als ungerechtfertigt

Davis schrieb die Codes für die erste Amazon.com Website, wandte dem Unternehmen jedoch den Rücken zu, bevor es so richtig durchstartete. Er hatte schlicht und einfach "kein Interesse, eine Rolle im Wachstum des Unternehmens zu spielen". Heutzutage lebt er in einer Kleinstadt in New Mexiko und programmiert Open Source Software für Audiospuren.

Amazon: Vorteile und Pläne des Weltkonzerns
Amazon: Vorteile und Pläne des Weltkonzerns

In einem Kommentar zu einem New York Times Artikel fasste er erst kürzlich wieder klar zusammen: "Bald zwei Jahrzehnte lang nutzt Amazon seine Kontrolle über den Marketplace um seine eigene Macht als Einzelhandel auszubauen. Dies darf nicht weiterhin toleriert werden".

Amazon selbst rechtfertigt sich und sieht das natürlich ganz anders. "Händler sind für über 60 Prozent der Verkäufe in unserem Store verantwortlich. Sie sind extrem wichtig für uns und unsere Kunden und wir haben erst dieses Jahr 15 Milliarden US-Dollar in die Infrastruktur gesteckt, um ihnen zu helfen, erfolgreich zu werden", verkündete eine Sprecherin.

Wettbewerbswidrige Praktiken: Amazon im Visier

Auch Elizabeth Warren, die US-Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, sieht das ähnlich und fordert eine Auflösung Amazons. Derzeit wird der Konzern einer strengen Prüfung unterzogen. Findet man etwaige Regelverstöße könnte dies zu Strafen und Auflagen oder sogar einer Zerschlagung von Amazon, mitsamt seines Marketplace, kommen.

Vielleicht ist das Ende einer Ära also schon näher als du denkst. Warum sogar Jeff Bezos Amazon vor dem Aus sieht. Dafür gibt es gute Gründe, auch andere Experten prophezeien dem Unternehmen ein sicheres Ende.

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