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Die neuen Heiligen: Schützt Facebook die Privatsphäre besser als die Konkurrenz?

Facebook und Privatsphäre. Man glaubt kaum, dass dies zusammen passt. Das Unternehmen behauptet allerdings das Gegenteil.
Facebook und Privatsphäre. Man glaubt kaum, dass dies zusammen passt. Das Unternehmen behauptet allerdings das Gegenteil.
Foto: REUTERS / Stephen Lam
Auf der momentan stattfindenen Technik-Messe CES 2020 behauptete die Datenschutz-Chefin bei Facebook, dass sie die Privatsphäre ihrer Nutzer besser schützen würden, als Konkurrent Apple. Was ist dran an der Behauptung?

Wer sich an US-Amerikanische Präsidentschaftswahlkämpfe, Cambridge Analytica und zahlreiche unautorisierte Zugriffe auf Nutzerdaten seitens Facebook erinnert, dem kommt gerade ein Sache nicht in den Sinn: Nämlich die, dass bei Facebook die Privatsphäre besser geschützt sei, als bei anderen Technik-Größen wie beispielsweise Apple. Gerade das behauptete das Unternehmen nun allerdings auf der aktuellen CES 2020.

Schützt Facebook die Privatsphäre seiner Nutzer besser als die Konkurrenz?

Hintergrund dieser etwas krude anmutenden Anmerkung, dass Facebook die Privatsphäre seiner Nutzer besser schützen würde, als Konkurrent Apple, war ein Privatsphäre-Panel auf der momentan stattfindenen Technik-Messe CES 2020. Dort trafen unter anderem die Chefin für Privatsphäre bei Facebook, Erin Egan, und Apples Pendant Jane Horvath auf einander, um über die Maßnahmen ihrer Unternehmen zu diskutieren, die die Privatsphäre der Nutzer schützen sollen. Schnell entstand eine Art Tauziehen darüber, wer in dieser Hinsicht Vorreiter sein sollte.

Aus einer außenstehenden Perspektive mag diese Debatte etwas scheinheilig anmuten. Man erinnere sich nur an Apples Weigerung das iPhone eines Amoklauf-Schützen zu entsperren, mit dem Verweis auf den hohen Wert, den die Daten von Nutzern (sogar von Amokläufer) bei dem Konzern genießen. Facebook hingegen ließ sich unter diesem Aspekt in der Vergangenheit so einiges zu Schulden kommen.

Um nur wenige zu nennen: Der Cambridge-Analytica-Skandal, bei dem Millionen von Nutzerdaten von Facebook für den US-Amerikanischen Wahlkampf 2016 instrumentalisiert wurden. Oder Medienberichte, laut denen Facebook die Privatsphäre ihrer Nutzer verletzte, indem das Unternehmen Daten unerlaubt an Dritte weitergab.

Vorsicht mit deinen Daten
Vorsicht mit deinen Daten

Apple vs. Facebook – Wer hat die Privatsphäre der Nutzer besser im Griff?

Facebook gegen Apple. Bezüglich Datenschutz, ein Kampf wie David gegen Goliath? Erin Egan von Facebook behauptete auf der CES 2020 das Gegenteil und bestand darauf, dass das soziale Netzwerk mindestens genauso tiefgreifende und umfangreiche Maßnahmen zum Datenschutz ergriffen habe, wie Konkurrent Apple.

Man müsse aber natürlich einschränkend einräumen, dass Facebooks Privatsphäre unter einem gänzlich anderen Stern stehe, als die von Apple. Denn die Businessmodelle beider Unternehmen seien grundverschieden. Während Apple vorrangig technische Produkte vertreibe, sei der Kern von Facebooks Ansatz der Verkauf von Werbefläche, die nicht zuletzt auf den Daten der Nutzer basiert.

Ist bei Facebook die Privatsphäre also auf dem selben Level wie bei Apple? Das Unternehmen behauptet, dies sei der Fall. Und wer aus der Geschichte nichts lernt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen. Hoffen wir, dass Facebook dies getan hat.

Passen zu den Aussagen von Erin Egan wurden vor Kurzem Facebook-Daten von 267 Millionen Nutzern geleakt. Das kannst du dagegen unternehmen. Außerdem: Deshalb solltest du beim Facebook-Login mit Handy vorsichtig sein.

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