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Direkt in iOS 13: Tust du das, könnte eine ganze Branche am Ende sein

Ganz schön clever: In iOS 13 wirst du sogar daran erinnert, dass du deinen Standort nicht teilen musst. Das könnte eine ganze Branche kaputtmachen.
Ganz schön clever: In iOS 13 wirst du sogar daran erinnert, dass du deinen Standort nicht teilen musst. Das könnte eine ganze Branche kaputtmachen.
Foto: imago images / Westend61
Ein cleveres Nutzerverhalten führt offenbar in iOS 13 dazu, dass die Werbeindustrie zu kämpfen hat. Es geht um die Standort-Teilen-Funktion.

Nutzer von iOS 13 werden regelmäßig daran erinnert, dass Apps auf ihren Standort zugreifen. Das führt anscheinend dazu, dass die Funktion, den eigenen Standort zu teilen, immer häufiger deaktiviert wird. Der Werbeindustrie gefällt das natürlich gar nicht.

Standort teilen deaktivieren: In iOS 13 sorgst du damit für Ärger

Wie Digiday berichtet, sind die Anbieter standortbasierter Werbung in Aufruhr: Immer mehr iPhone-Nutzer blockieren offenbar die Funktion, ihren Standort zu teilen, mit der Apps sie tracken können. Über 80 Prozent der Nutzer des Apple-Betriebssystems sollen die Standortabfrage bereits verweigern.

Dadurch werde Werbetreibenden das Tracking und Targeting von Nutzern erschwert. Und es werde teurer. Sollte die Anzahl dieser Nutzer steigen, stünde die Zukunft der gesamten Branche auf dem Spiel, warnt ein Anbieter gegenüber Digiday.

Weshalb er damit sogar Recht haben könnte, ist schnell erklärt. Ortsbasiertes Werbe-Targeting erhöht die Preise für Werbebanner und andere Werbeformate. Wer die Funktion, seinen Standort zu teilen, ausschaltet, sorgt für ungenaueres Targeting, wodurch die Preise sinken.

Zwar ist Location-Tracking auch über GPS möglich, das ist jedoch ungenauer und daher für Anzeigen, die aufploppen, während der Handynutzer an einem Ladengeschäft vorbeigeht, ungeeignet.

Spionage im Netz
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Werbetreibende sind frustriert

In iOS 13 können Nutzer die Frage nach dem Datenschutz direkt mit einem Entzug der Tracking-Erlaubnis beantworten. Außerdem erhalten neu installierte Apps nicht mehr sofort eine Standortfreigabe, sondern müssen dies im Nutzungsverlauf begründet ankündigen und erbitten. Das gefällt ganz schön vielen Nutzern anscheinend gar nicht, sodass sie sich dafür entscheiden, nicht ihren Standort zu teilen.

Laut Digiday macht es auch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) Werbetreibenden in Europa so schwer, dass sich viele etablierte bereits vom Markt zurückgezogen hätten. Zum iPhone-Tracking liefert Apple jetzt eine Erklärung. Derweil macht iOS 13 weiter Zicken.

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