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Gefahr Gesichtserkennung: Darum kann das fatale Folgen haben

Könnte Gesichtserkennung bald zu unserem Alltag zählen?
Könnte Gesichtserkennung bald zu unserem Alltag zählen?
Foto: iStock/gece33
Wir alle sind online unterwegs, doch dadurch kann man uns auch leicht identifizieren. Eine App soll die Gesichtserkennung noch perfektionieren. Doch das könnte Folgen nach sich ziehen.

Wie oft lädst du Fotos auf Instagram hoch oder bist vielleicht mit einem Bild auf deiner Firmenseite präsent? Fotos von uns sind überall im Netz zu finden. Das ist erst einmal nicht schlimm. Doch eine neue App spezialisiert sich auf Gesichtserkennung. Damit soll jede Person im Internet anhand ihres Fotos identifiziert werden können. Wir verraten dir nicht nur, wie diese Anwendung funktioniert, sondern sagen dir auch, welche Probleme das mit sich bringt.

Gesichtserkennung: So verrät die App deine Identität

Das New Yorker Unternehmen Clearview hat die App erfunden, die Personen durch Gesichtserkennung identifizieren soll. Es reicht wohl schon aus, ein Bild einer Person in der Anwendung hochzuladen. Schon leitet die App dich zu ähnlichen Fotos inklusive Quelle weiter. Die Anwendung bedient sich dabei einer Datenbank, in der sich etwa drei Milliarden Bilder aus verschiedenen Quellen befinden:

  • Instagram-Fotos
  • Porträtfotos von Seiten der Arbeitgeber
  • YouTube-Videos
  • Fotos von Nachrichtenseiten
  • und viele mehr

Gefährliches Pflaster für die Gesichtserkennungs-App

Gerade für Straverfolgungsbehörden ist die Software von Clearview reizvoll. 2019 sollen sich bereits 600 Behörden an das Unternehmen gewandt haben. So lassen sich Kriminelle leicht enttarnen. Bislang gibt es die Gesichtserkennungs-App noch nicht in den App-Stores. Doch wenn es soweit ist, könntest du jederzeit, jede Person, die dir über den Weg läuft, identifizieren. Dazu wäre nur ein Foto nötig.

Google arbeitete selbst an einer Software zur Gesichtserkennung. Doch CEO Eric Schmidt betonte 2011, dass die Technologie zurückgehalten werde, weil sie auch für schlechte Dinge genutzt werden könne. Nun scheint Clearview genau das gemacht zu haben, und es soll Irgendwann sogar öffentlich zugänglich sein.

Doch dafür wurden wohl auch einige Regeln gebrochen. Denn in der Datenbank befinden sich auch Bilder von Facebook und Twitter. Twitter jedoch verbietet die Nutzung der Bilder auf seiner Plattform für Gesichtserkennung. Facebook hingegen erlaubt es nicht, dass die Seite nach Inhalten durchforstet wird. Die Verstöße sollen nun überprüft werden.

Vorsicht mit deinen Daten
Vorsicht mit deinen Daten

Undurchsichtiges Vorgehen für die Gesichtserkennung

Einiges an Clearview ist noch unklar: Der Datensatz soll beispielsweise drei Milliarden Bilder umfassen, doch tauchen auch Menschen mehrmals auf den Bildern auf. So kann das Unternehmen nicht die weltweite Gesichtserkennung garantieren. Angenommen jede Person ist zehnmal abgebildet, dann wären etwa 300 Millionen Menschen erfasst. Das wäre ungefähr die Bevölkerungsgröße der USA.

In einem Werbeprospekt gibt Clearview zudem an, dass es eine Trefferquote von 98,6 Prozent hat. Im Interview mit der New York Times heißt es allerdings, dass die Gesichtserkennung nur in 75 Prozent der Fälle übereinstimmt. In einem von vier Fällen wird die Person demnach nicht erkannt. Die Fehlerquote wird vom Unternehmen nicht genannt. Doch genau das wäre das Interessante: Wie oft wird jemand falsch identifiziert? Für Kriminalbeamte sei aber dies nicht das Problem. Der Kreis der Verdächtigen könnte eingekreist und überprüft werden.

So kannst du dich vor Gesichtserkennung schützen

Bislang hat die App aber noch Probleme mit dem Winkel des Fotos. Nicht jedes Bild wird auf Augenhöhe aufgenommen. Dies trifft vor allem bei Überwachungskameras zu und bringt die Gesichtserkennungs-App an ihre Grenzen. Unkenntlich machst du dich natürlich einfach, indem ein Teil deines Gesichts abgedeckt ist, beispielsweise beim Tragen einer Sonnenbrille, eines Huts oder Schals. Natürlich könntest du auch anfangen, keine Bilder mehr von dir ins Netz zu laden. Doch oftmals hat man nicht die Kontrolle darüber, welche Fotos im Internet landen.

Vermutlich wird ein Unternehmen wie Clearview aber in Deutschland keine Chance haben, da die Betroffenen keine Einwilligungserklärung abgegeben haben. Nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wäre das Sammeln der Daten unzulässig. So gut schaffen wir Menschen die Gesichtserkennung ohne Maschinen. Eine Frau konnte die Gesichtserkennung austricksen. So entkam sie der grenzenlosen Überwachung.

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