Digital Life 

Überwachung: Hochschulen zwingen Studenten Tracking-Apps auf

Als Student hat man es manchmal nicht leicht. Vor allem dann, wenn die Hochschule einem eine Tracking-App aufschwatzen will.
Als Student hat man es manchmal nicht leicht. Vor allem dann, wenn die Hochschule einem eine Tracking-App aufschwatzen will.
Foto: iStock/mgkaya
Scheinbar hat es sich zu einem Trend unter Hochschulen entwickelt, Studenten mittels Tracking-Apps im Auge zu behalten.

Scheinbar haben die Studenten der University of Missouri (MU) künftig keine Wahl ob sie SpotterEDU auf ihren Handys installieren oder nicht. Die mittlerweile weiter verbreitete Tracking-App nutzt offenbar Apples iBeacon, einen Standard zur Lokalisierung in geschlossenen Räumen. Mit Hilfe des Bluetooth-Signals ihrer Smartphones können die Studenten auf diese Weise auf dem Hochschulgelände überwacht werden.

Spionage im Netz
Spionage im Netz

Tracking-App an Hochschulen: Bald überall Pflicht?

Doch greift nicht nur die University of Missouri auf die umstrittene Tracking-App zurück. In der Vergangenheit wurde sie bereits an circa 40 weiteren Schulen getestet. "Ein Student muss an der Erfassung der Anwesenheit teilnehmen", zitiert The Kansas City Star Jim Spanien, Vizeprovost für das Grundstudium an der MU. Doch scheint die Pflichtfrage noch nicht so endgültig geklärt zu sein, wie es zunächst den Anschein erweckt.

Die Tracking-App verwende "eine Technologie, die es den Lehrkräften ermöglicht, zuverlässige und nicht invasive Anwesenheitslisten zu erstellen. Damit die Technologie funktioniert, muss sich ein Student für den Download der SpotterEDU-App entscheiden", heißt es in einer Pressemitteilung der Uni. "Die Schüler können die Art und Weise der Anwesenheitserfassung wählen, für die sie sich entscheiden."

Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Lage an der University of Missouri und anderen Hochschulen weiter entwickelt. Immerhin könnten die Hochschulen mittels der Tracking-App lediglich feststellen, ob sich ein Student im Raum befindet oder nicht. Fraglich ist jedoch, wie sich die Nutzung der Apple iBeacons auf das Gelände ausweiten ließe und ob Studenten somit nicht auch ohne GPS konkret geortet werden können.

Überwachung: Mit Tracking-Apps in die Dystopie

Doch scheinen nicht nur Hochschulen wie die MU ihren Vorteil darin zu sehen, ihre Studenten zu überwachen. Ein bekanntes Unternehmen überwachte seine Mitarbeiter am Arbeitsplatz und ein Standford-Professor geht sogar noch einen Schritt weiter. Er treibt die Handy-Überwachung auf die Spitze und schlägt vor, alle fünf Sekunden einen Screenshot des Smartphones aufzunehmen, um die Handynutzung und das sonstige digitale Leben von Menschen zu verstehen.

Zu den Kommentaren
Neueste Videos auf futurezone.de

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen