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Amazon Alexa: Echo-Aufnahmen als Beweismittel im Mordfall

Das Amazon Alexa soll unerlaubt mithören, so heißt es. Doch genau das war jetzt einem Gericht von Vorteil.
Das Amazon Alexa soll unerlaubt mithören, so heißt es. Doch genau das war jetzt einem Gericht von Vorteil.
Foto: imago images / IPON
Das Amazon Alexa steht immer wieder in der Kritik für seine Mängel im Datenschutz. Vor allem die Angst davor, dass das Gerät Gespräche mithört, bleibt groß. Doch jetzt war genau das von Vorteil.

Am Mittwoch, den 16. Dezember 2020, kam es zu einer Premiere in einem Deutschen Gericht. Die Richter des Regensburger Gerichts ließen zum ersten Mal Aufnahmen eines smarten Lautsprechers als Beweismittel in einem Verfahren zu. Das half den Gesetzeshütern den angeklagten Totschläger mittels Echo-Aufnahmen der Tat zu überführen. Alles Dank der Funktionen von Amazon Alexa.

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Amazon Alexa als Zeuge geladen im Gerichtsfall

Wie BR24, das Online-Portal des Bayerischen Rundfunks, berichtet, handelte es sich bei dem Täter um einen 54-jährigen, der seine Ex-Freundin beim Sexspiel erdrosselt hatte. Amazon soll selbst die Daten freiwillig an die Staatsanwaltschaft übergeben haben. Auf diesen Weg der Beweisfindung stießen die Ermittler als sie einen Smartspeaker des Typs Echo von Amazon in unmittelbarer Nähe zum Tatort vorfanden. In der Annahme, der Echo könnte in der Tatnacht wertvolle Ton-Aufnahmen gemacht haben, bat die Polizei die europäischen Ansprechpartner von Amazon um Hilfe.

Einen Monat später übergab Amazon schließlich die Daten, die belegten, dass der Beschuldigte sich im Schlafzimmer des Opfers in der Tatnacht aufhielt. Das reichte dem Gericht, um den 54-Jährigen zu einer langjährigen Haftstrafe zu verurteilen.

So konnten Echo-Aufnahmen als Beweismittel dienen

Um die Echo-Aufnahmen zu verwenden berief sich die Staatsanwaltschaft auf den Paragrafen 100c der Strafprozessordnung. Dieser erlaubt unter Voraussetzungen die sogenannte akustische Wohnraumüberwachung. Allerdings ist er nicht darauf angelegt, vorhandene Sprachaufzeichnungen als Beweismittel vor Gericht einzuführen, sondern nur in Fällen, in denen die Polizei auf Verdacht schwerer Straftaten eine Wohnung abhört.

Das Gericht ließ aber die Echo-Aufnahmen als Beweismittel zu, weil der Schutz der Privatsphäre bei der Schwere des Verbrechens eher zweitrangig war. Damit stieß das Gericht in einen Bereich vor, der in den USA bereits ganz normal ist. Dort werden Sprachaufnahmen dieser Art of als Teil von Ermittlungsverfahren eingesetzt. Auch wenn die Echo-Aufnahmen vom Amazon Alexa hier für einen guten Zweck genutzt wurden, hinterlässt der Fall einen faden Beigeschmack für alle Nutzer eines smarten Lautsprechers. Könnte als Amazon theoretisch alles mithören und die Daten weitergeben?

Das solltest du zu dem kürzlich verbesserten Datenschutz von Amazon Alexa wissen. Das jüngste Amazon Alexa-Update brachte das Amazon Echo auf ein ganz neues Produktniveau. Diese Alexa-Unterschiede gibt es bei den smarten Lautsprechern.

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