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Sicheres Surfen: Regierung gibt schlechte Tipps, so Wissenschaftler

Ein Flyer für "Sicheres Surfen" des Datenschutzbeauftragten hat für viel Kritik gesorgt.
Ein Flyer für "Sicheres Surfen" des Datenschutzbeauftragten hat für viel Kritik gesorgt.
Foto: Futurezone.de via Canva.com
Wer sich beim Bundesdatenschutzbeauftragten über sicheres Surfen informiert, sollte auch gute Tipps bekommen. Ein Wissenschaftler stellt das jedoch in Frage.

Dass die deutsche Bundesregierung in Sachen digitaler Kompetenz noch einiges aufzuholen hat, räumte die Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einigen Jahren in der "Neuland"-Rede ein. Jetzt steht auch der Bundesdatenschutzbeauftragte unter Beschuss. Gegenstand der Aufregung ist ein Flyer mit Tipps für "Sicheres Surfen".

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Sicheres Surfen: Ein Flyer soll aufklären

Das Internet wächst weiter rasant und ist für einen Großteil der Menschen bereits zu einem festen Bestandteil ihres Lebens geworden. Umso wichtiger ist es, dass jemand für Aufklärung sorgt und vor allem ältere Menschen, die nicht mit dem Internet aufgewachsen sind, über die Chancen und die Gefahren aufklärt. Zu diesem Zweck hat der Datenschutzbeauftragte Ulrich Kelber vor Kurzem einen Flyer mit Tipps und Tricks für "Sicheres Surfen" aktualisiert.

Kritik an den Tipps des Datenschutzbeauftragten

So gut die Absichten hinter dieser Aktualisierung auch waren, wurde jedoch schnell Kritik an den Tipps laut, die in dem Flyer vermittelt wurden. Kontra bekam der Datenschutzbeauftragte unter anderem von Sebastian Schinzel, einem Professor für Computersicherheit an der FH Münster. Auf Twitter äußerte Schinzel Kritik an dem Flyer für sicheres Surfen und merkte an, dass viele der Hinweise zu vage und für Laien nicht umsetzbar seien. Zudem seien einige der Tipps entweder schlichtweg falsch oder würden vom aktuellen Stand der Technik abweichen.

Einige Beispiele, die das IT-Magazin golem anführt, sind die Ratschläge, man solle nur Programme aus vertrauenswürdigen Quellen herunterladen und verdächtige E-Mails sofort löschen, ohne sie zu öffnen. Bemängelt wird hier, dass aus dem Flyer nicht hervorgeht, woran man eine vertrauenswürdige Quelle erkennt oder was eine E-Mail verdächtig macht. Ganz besonders bei älteren Menschen ist es enorm wichtig, ihnen komplexe Sachverhalte, die sicheres Surfen betreffen, einfach und verständlich darzulegen. Zudem müssen sie auf die Gefahren durch Cyberkriminalität hingewiesen werden, die im Internet lauern.

Reaktion erfolgt umgehend

Eine positive Nachricht gibt es jedoch zu vermelden: Nach der Kritik durch zahlreiche Nutzer und dem Kommentar von golem reagierte der Datenschutzbeauftragte umgehend auf die Kritik. Er bedankte sich für das Feedback, räumte Fehler ein und nahm den Flyer umgehend aus dem Netz. Die Tipps sollen jetzt grundlegend überarbeitet werden.

Die Regeln für sicheres Surfen müssen besonders älteren Menschen nahegebracht werden. Mit miesen Maschen wie diesem Facebook-Betrug werden sie immer wieder Ziel von kriminellen Machenschaften. Europol konnte kürzlich im Kampf gegen die gefährlichste Malware der Welt einen großen Sieg erringen.

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