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Aus in Schleswig-Holstein: „Kein Grund, an Luca festzuhalten“

Als erstes Bundesland wird Schleswig-Holstein nicht die Lizenz für die Nutzung der Luca-App verlängern. Es gebe keinen Grund, „an Luca festzuhalten“. Die Nutzung war zuletzt deutlich gesunken.

Die Luca-App soll während der Corona-Pandemie eine Kontaktrückverfolgung ermöglichen.. © Camilo Concha/Shutterstock.com
Die Luca-App soll während der Corona-Pandemie eine Kontaktrückverfolgung ermöglichen.. © Camilo Concha/Shutterstock.com

Als erstes Bundesland hat Schleswig-Holstein einen Vertrag für die Nutzung der Kontaktnachverfolgungs-App Luca gekündigt. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“. Sönke Schulz, Geschäftsführer des schleswig-holsteinischen Landkreistages, erklärte demnach der Tageszeitung, es bestehe „kein Grund, an Luca festzuhalten“, da man eine Pflicht zur Erhebung von Kontaktdaten aufgehoben habe und auch nicht absehbar sei, dass sich dies künftig ändere.

Die zuständigen Gesundheitsämter hätten allerdings „positive Rückmeldungen zur Nutzung von Luca gegeben“, bevor die Pflicht aufgehoben worden war. Zwar gebe es keine genauen Zahlen zur Nutzung, diese habe sich danach aber deutlich reduziert.

„Wir als Luca-System sind außen vor“

Bei Luca handelt es sich um eine App und ein angebundenes System, das während der Corona-Pandemie eine möglichst reibungslose Kontaktrückverfolgung gewährleisten soll. An dem Projekt sind auch die Fantastischen Vier beteiligt. Zuletzt war unter anderem Kritik aufgekommen, nachdem die Polizei nach einem tödlichen Sturz in Mainz Daten über das System ausgewertet hatte. Die zuständige Staatsanwaltschaft hatte daraufhin eingeräumt, dass dies nicht rechtmäßig war.

Von diesem Vorfall habe man bei Luca „keine Kenntnis […]. Das liegt daran, dass Luca selbst auf diese Daten unter keinen Umständen zugreifen kann“, heißt es auf dem Blog der App. „Zugriff auf Daten erhält man nur, wenn Nutzer, Gesundheitsamt und das Lokal gemeinsam ihre Schlüssel teilen“, erklärte Smudo (53) von den Fantastischen Vier der „Bild“. Und weiter: „Der Nutzer macht dies nach der Corona-Verordnung beim Betreten des Lokals, der Betreiber nur auf Anfrage eines Gesundheitsamtes. Wir als Luca-System sind außen vor und können in dem Prozess keine Daten lesen.“

Verständnis für vereinzelte Aufrufe aus der Politik, die App zu deinstallieren, hat der Rapper nicht. „Ich halte es für verantwortungslos, dass ein Aufruf von ein bis zwei mir bisher nicht bekannter Politiker dazu führen könnte, dass mitten in der pandemischen Lage Menschen die Luca-App löschen“, erklärte er weiter. Die Anwendung helfe effektiv mit, „Infektionsketten zu unterbrechen, gerade im Blick auf Omikron“.

(wue/spot)

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