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FritzBox: Das passiert, wenn du den Router einmal am Tag ausschaltest

Immer dann, wenn du das Gerät nicht verwendest, ist Abschalten eine gute Option. Gründe gibt es dafür gleich mehrere. Du musst nur auf bestimmte Dinge achten.

FritzBox-Router und Symbol für unbekannten Nutzer
WLAN-Router wie FritzBox deaktivieren? Das kann hilfreich sein. © AVM, pixaby [M] via Canva.com

In jedem Haushalt gibt es Geräte, die sich im 24-stündigen Dauerbetrieb befinden. Dazu zählen unter anderem WLAN-Router wie FritzBox, Speedport und Co. Woran viele nicht denken: Wenn du nicht zu Hause bist oder schläfst, verbrauchst du dadurch unnötig Strom. Das ist aber noch längst nicht alles.

WLAN-Router aus- und anschalten? Darum hilft es

Das größte Problem bei Elektrogeräten, die dauerhaft aktiv sind, ist vor allem ihr Stromverbrauch. Gerade aktuell kann es sich lohnen, stärker darauf zu achten, wo dein Geld hinfließt. WLAN-Router gehören beispielsweise zu den Energiefressern, die wir kaum im Blick haben. Dabei muss das nicht sein, denn ein tägliches Ausschalten hilft hier schon enorm.

1. Spare Strom und Geld

Es gibt viele Ratschläge rund um die Nutzung der Geräte. Dazu zählt es auch, den Router jeden Tag auszuschalten. Das allerdings nicht irgendwann, sondern in der Nacht. Der Grund: Du wirst in deiner Nutzung am wenigsten gestört, wenn das Gerät während deiner Ruhezeit inaktiv ist.

Im Idealfall bemerkst du den fehlenden Internetzugang also nicht und kannst gleichzeitig die steigenden Energiepreisen kompensieren. Im Jahr verbrauchen WLAN-Router im Dauerbetrieb der Augsburger Allgemeinen zufolge nämlich zwischen 26 Euro und 52 Euro (bei einer Leistung von zehn bis 20 Watt). Sind sie acht Stunden am Tag nicht in Betrieb, kannst du zwischen fünf und 22 Euro davon sparen.

(Hinweis: Da der Verbrauch aufgrund unterschiedlichster Nutzung stark schwankt, gibt es keine absoluten Werte zur Berechnung. Die angegebenen Daten sich Richtwerte.)

In den Fällen lohnt sich ein Reset des WLAN-Router

Wie die Expert*innen von Utopia betonen, hängt es zunächst von deinem Routermodell ab, ob sich das Deaktivieren lohnt. Deren Stromverbrauch unterscheidet sich von Haus aus. Dazu ist wichtig, wofür du das Gerät verwendest.

Streamst du beispielsweise viel, zieht das generell mehr Energie als bloßes Onlinesein. Nebenbei Strom zu sparen, indem du den WLAN-Router nachts komplett deaktivierst, erscheint dann besonders sinnvoll.

Beispiel FritzBox

Laut Hersteller AVM liegt der Verbrauch bei „durchschnittlich 9 – 10 Watt und maximal 30 Watt“. Das wären zwischen rund 79 Kilowattstunden (kWh) und etwa 262 kWh im Jahr.

Gerechnet auf den ungefähren aktuellen Preis für eine Kilowattstunde – im April 2022 waren es laut Finanztip beispielsweise 37,14 Cent – wären das also zwischen 29 Euro und maximal ca. 98 Euro pro Jahr an Kosten für deinen WLAN-Router. Das würde einer Ersparnis von rund 10 Euro bis 32 Euro entsprechen, solltest du ihn täglich nachts für 8 Stunden deaktivieren.

Tipps zum Stromsparen

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2. Erhöhe deine Sicherheit

Wenn es dir nicht um Strom geht, kann das nächtliche Ausschalten zumindest verhindern, dass du gehackt wirst. Solche Szenarien sind durchaus denkbar. In den USA rief die Sicherheitsbehörde FBI vor wenigen Jahren sogar öffentlich dazu auf, dass Haushalte und kleine Unternehme ihre WLAN-Router ausstellen und dann neu starten.

Wie mache ich meinen Router sonst noch sicher?

Willst du Vorkehrungen treffen, damit dein Router nicht gehackt wird, während er in Betrieb ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Viele davon sind recht offensichtlich, aber dementsprechend auch schnell und einfach umzusetzen. Hast du diese Maßnahmen noch nicht angewendet, tu es am besten sofort.

  • Verwende keine Standardpasswörter für dein Netzwerk.
  • Ändere die standardmäßige SSID deines Routers. Sie ist für Hacker leicht zu ermitteln und erlaubt es, dein WLAN zu orten.
  • Verschlüssele deine Daten in den Verbindungseinstellungen. Dort wählst due WPA- oder WEP-Verschlüsselung.
  • Schütze dich due Anti-Malware-Software auf deinem Rechner vor Onlineangriffen.

Aufpassen beim Ausschalten: Welche Geräte hängen am Router?

Obwohl es simpel klingt, kann es ein paar Probleme mit sich bringen, wenn du dein Gerät komplett vom Netz nimmst. Wie Nutzer*innen berichten, fällt damit nämlich zunächst einmal auch die Telefonie- und Anrufbeantworterfunktion aus. Während das in der Nacht in der Regel zu keinen Komplikationen führen dürfte, kann ein fehlender Anrufbeantworter im Urlaub natürlich ärgerlich sein.

Noch unpraktischer kann es werden, wenn du verschiedene Smart-Home-Geräte über die FritzBox oder einen anderen Router mit einem Signal versorgst. Das Ausschalten führt möglicherweise dazu, dass diese nach dem Neustart neu registriert werden müssen. Und manchmal funktioniert danach nicht mehr alles 100-prozentig.

Auch automatische Softwareupdates, die nachts für entsprechende Geräte erfolgen, können dadurch behindert werden. Hier lohnt es sich, diese nur bei WLAN-Verbindung zu erlauben.

Wann es sich nicht lohnt, das Gerät abzustellen

Nicht alle Expert*innen stimmen der Praxis allerdings zu. Nach Meinung Einzelner kann es manchmal durch das Abschalten des WLAN-Routers zu unerwarteten Folgekosten kommen. Andere wiederum sagen, dass gerade Sicherheitsupdate in der Nacht aufgespielt werden, was eventuell problematisch ist bei deaktiviertem Gerät.

Alternativ: Nur das WLAN am Router deaktivieren

Wer nicht abwägen und sich eigentlich keine Gedanken darüber machen möchte, kann beim eigenen WLAN-Router auf eine integrierte Funktion zurückgreifen. Das Gerät besitzt im besten Fall nämlich einen Timer, über den sich das Signal beliebig steuern lässt. Bei der FritzBox heißt dieser „Zeitschaltung“:

  • Einstellungen > WLAN > Zeitschaltung

Zusatztipp: Willst du noch mehr Strom sparen, helfen verschiedene Einstellungen des WLAN-Routers. So sinkt der Verbrauch auch, wenn du unnötige Funktionen abstellst. Neben dem reinen Zugang zum Internet ist das Gerät oft mit Zusatzfeatures überladen, die du wahrscheinlich kaum oder gar nicht verwendest.

  • Netzwerkfreigabe von Festplatten oder angeschlossenen USB-Sticks
  • NAS-Funktion
  • nicht verwendete Ethernet-Anschlüsse
  • unwichtige WLAN-Geräte, die Router hängen und nur selten Zugriff benötigen

So schaltest du den WLAN-Router am einfachsten aus

Hast du dich am Ende doch dazu entschieden, eiskalt den Stecker zu ziehen, muss das zumindest nicht umständlich sein. Denn online oder im Handel gibt es diverse günstige Steckdosenleisten, die einen separaten Ausschalter haben. Schließt du deine FritzBox oder ein anderes Gerät dort an, musst du vor dem Schlafengehen lediglich eine Taste bedienen.

Im Idealfall nutzt du den Verteilen auch gleich für andere Stromfresser, die du damit dann ebenfalls nachts eliminieren und so noch mehr Geld sparen kannst.

Quellen: AVM, Finanztip, Utopia, eigene Recherche

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