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Die Nostalgie-Welle rast weiter: „Wetten, dass..?“ und Co. beliebt

„TV total“ bis „Matrix“, Thomas Gottschalk bis Boba Fett. Auf allen Kanälen hält sie Einzug, die Nostalgie-Welle. Frei nach dem Motto: Früher war alles besser, selbst die fiktive Zukunft.

Thomas Gottschalk (l.) fuhr mit "Wetten
Thomas Gottschalk (l.) fuhr mit "Wetten

Nostalgie im Show-, TV- und Filmgeschäft kann viele und zumeist englische Namen tragen. Remake, Reboot oder Revival. Spin-off oder Special. Comeback oder Reunion. Von einer ganz besonderen Resurrection zum Jahresende ganz zu schweigen. Es ist kein Zufall, dass Nostalgiefernsehen zu Zeiten der nicht enden wollenden Corona-Pandemie Hochkonjunktur feiert. Wohl am deutlichsten demonstrierte das die Sonderausgabe von „Wetten, dass..?“ am vergangenen Samstag, bei der ganz nebenbei auch die Rückkehr von ABBA nach 40 Jahren zelebriert wurde.

Den minutenlangen Applaus unter Standing Ovations des Studiopublikums aus Nürnberg gab es nicht allein für Showmaster-Rückkehrer Thomas Gottschalk (71). Auch die durch ihn symbolisierte Erinnerung an die vermeintlich „gute alte Zeit“ vor Corona wurde bejubelt. Und das so frenetisch, dass Programmdirektor Dr. Norbert Himmler (50) auf Nachfrage der Nachrichtenagentur spot on news sagte, man werde „angesichts der großen Resonanz“ nun über weitere Ausgaben „nachdenken“. Doch nicht nur das ZDF sucht seine Zukunft in der schillernden Vergangenheit, wie sogleich das TV-Programm der Folgewoche beweist.

„Nippel“ und „Zonk“

Das „Wetten, dass..?“-Comeback wurde mit großzügigem Vorlauf angekündigt. Privatsender ProSieben zauberte hingegen die Rückkehr einer seiner Kultformate regelrecht aus dem Hut. Erst am vergangenen Montag (8. November) wurden die zuvor kursierenden Gerüchte bestätigt, dass es eine Neuauflage von „TV total“ geben wird – und das bereits ab diesem Mittwoch (10. November) und zur Primetime um 20:15 Uhr.

Einzig, dass nicht wieder Stefan Raab (55) zu den Tönen der Showband Heavytones seine gefürchteten „Nippel“ drückt, trübt das Nostalgiegefühl. Anstelle von Raab wird Kabarettist Sebastian Pufpaff (45) und vorerst einmal pro Woche die deutsche TV-Landschaft auseinandernehmen.

Auf den angestammten Moderator der 90er-Show „Geh aufs Ganze!“ müssen Fans hingegen nicht verzichten. Jörg Draeger (76) bewies bei der diesjährigen „Promi Big Brother“-Staffel eindrucksvoll, dass er nichts von seinen Showmaster-Qualitäten eingebüßt hat. Der Lohn: Sat.1 spendiert Draeger ab dem 26. November 2021 drei Sonderausgaben von „Geh aufs Ganze!“ jeweils zur Primetime, in denen er den Teilnehmenden wieder den Trostpreis „Zonk“ unterjubeln will.

Ewige Freunde und Kopfgeldjäger

Sein Heil in der Nostalgie sucht nicht einzig das lineare Fernsehen. Erst im Mai dieses Jahres beehrten uns in der großen „Friends“-Reunion alle Hauptdarsteller der Sitcom sowie zahlreiche Spezialgäste. Gemeinsam mit Jennifer Aniston (52), Courteney Cox (57), David Schwimmer (55) und Co. schwelgten Zuschauer rund um den Globus in den wohlig warmen, unvergesslichen Momenten, die uns die sechs TV-Freunde in all den Jahren beschert haben.

Gar eine ganze Staffel gibt es noch in diesem Dezember vom „Sex and the City“-Nachfolger „And Just Like That…“. Das Serien-Spin-off folgt einmal mehr Carrie Bradshaw (Sarah Jessica Parker, 56), Miranda Hobbes (Cynthia Nixon, 55) und Charlotte York (Kristin Davis, 56), die inzwischen in ihren 50ern angekommen sind. Einzig auf Kim Cattrall (65) muss bei der Rückkehr verzichtet werden.

Von einer gehörigen Portion Nostalgie wird auch die „Star Wars“-Serie „Das Buch von Boba Fett“ zehren. Der Kopfgeldjäger hatte in der Original-Trilogie einen beschaulichen Part inne und fand eigentlich in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ von 1983 ein unrühmliches, zwischenzeitliches Ende. Dennoch mauserte er sich über die Jahre zum absoluten Fanliebling des Franchise und wird am 29. Dezember 2021 mit seiner eigenen Serie auf Disney+ belohnt. In die Rolle der Titelfigur wird wie schon in „The Mandalorian“ Temuera Morrison (60) schlüpfen, der auch schon bei der Prequel-Trilogie (Episode I-III) mitgewirkt hatte.

Zurück in die „Matrix“

Von der Nostalgie wird auch das Kino in den kommenden Wochen, Monaten und sicherlich Jahren leben. Gerade muss sich in „Halloween Kills“ einmal mehr Jamie Lee Curtis (62) auf der Leinwand gegen Michael Myers erwehren. Bald schon startet mit Ghostbusters: Legacy“ (18. November) ein weiteres Retro-Fest. Und noch am 23. Dezember loggt sich Keanu Reeves (57) in „The Matrix Resurrections“ zum nunmehr vierten Mal in die digitale Scheinwelt ein. Für das kommende Jahr stehen bereits „Scream 5“ und „Top Gun: Maverick“ in den Startlöchern. Eine rosige Zukunft – der Vergangenheit sei Dank.

(stk/spot)

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