Die bayerische Fantasy-Rom-Com „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ von Kultregisseur Joseph Vilsmaier (1939-2020, „Herbstmilch“) startet am Freitag (14. Mai) exklusiv bei Amazon Prime Video. „Nachdem der Kinostart leider mehrfach verschoben werden musste, freuen wir uns natürlich sehr, dass der Film nun endlich einen Weg zum Publikum gefunden hat“, sagt Michael Bully Herbig (53) dazu.

Er hatte die Idee zum Film, spielt die Titelrolle und wurde just zusammen mit Marcus H. Rosenmüller (47) und Ulrich Limmer (geb. 1955) für das Drehbuch mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Der Film wird trotzdem auch ins Kino kommen, verspricht der erfolgreiche Filmemacher. „Dafür wurde er gemacht und das sind wir dem Regisseur Joseph Vilsmaier auch schuldig!“

Darum geht’s in „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“

So etwas ist dem Boandlkramer (Michael Bully Herbig) noch nie passiert: Zum ersten Mal, seit Tausenden von Jahren, wird er von Amors Pfeil getroffen. Als er die Gefi (Hannah Herzsprung, 39), die Mutter vom Maxl, erblickt, ist es um ihn geschehen – der Tod hat sich unsterblich verliebt. Der liebestrunkene Boandlkramer lässt sich auf einen mehr oder weniger klugen Deal mit dem Teufel (Hape Kerkeling, 56) ein und bringt dadurch nicht nur den göttlichen Plan durcheinander – es droht sogar das absolute Chaos…

Liebevolle Umarmung für den Tod

Der Boandlkramer ist der personifizierte Tod. Der bayerische Begriff setzt sich zusammen aus Boandl für Gebeine/Knochen und Kramer für fahrender Händler. In der Geschichte vom „Brandner Kaspar“ (Theaterstück, Film etc.) spielt er eine große, aber nicht sehr unheimliche Rolle.

Schon im Original, in der Novelle „Gschicht vom Brandner Kasper“ (1871) von Franz von Kobell (1803-1882), sei genau das der Trick, erklärt Schauspieler Sebastian Bezzel (49, Eberhoferkrimis) im Interview mit spot on news über den Boandlkramer. „Die lustigste und liebevollste Figur in dieser Geschichte ist der Tod.“ Das sei auch das Großartige an dem Stoff, dass diese Figur nicht als finsterer und böser Geselle dargestellt werde, „sondern als eine arme Sau, die nirgendwo hingehört“ – nicht auf die Erde, nicht ins Paradies und auch nicht in die Hölle.

Und im neuen Film wird der Boandlkramer sogar noch niedlicher. Wenn er sich als „Beppo Kramer“ mit den Flirttipps vom verstorbenen Heiratsschwindler Max Gumberger (Bezzel) in bester Karl-Valentin-Manier für seine Angebetete zum Deppen macht, kann man als Zuschauer nur mitfiebern. „Wenn einer sich verliebt hat, wann verliebt sich denn dann der andere?“, fragt er naiv. Doch wer den Tod unterschätzt, hat schon verloren.

„Memento mori – Bedenke, dass du sterblich bist“, heißt es an einer Stelle. An anderer: „Alle haben sich freiwillig entschieden, zu sündigen.“ Oder: „Jetzt, wo ich weiß, wie schön es ist, würde ich vieles anders machen.“ Solche und andere Weisheiten erfahren die Zuschauer beispielsweise, während der Boandlkramer mit den Särgen auf der Kutsche durch eine schroffe und faszinierende Gebirgslandschaft fährt.

Fazit

Das „Brandner Kaspar“-Spin-Off ist ein echter Vilsmaier und ein wunderschöner Abschiedsfilm mit Zitaten aus seinen früheren Werken. Lustig, charmant und beeindruckend ist auch, wie diese eigentlich so alte Volksgeschichte weitergesponnen wurde. Der All-Star-Cast – mit vielen kleinen Überraschungen und einer ungewöhnlichen Gesangseinlage, die gleichermaßen schockiert und fasziniert – brilliert in jeder Szene. Und sogar die drei Töchter von Joseph Vilsmaier aus seiner Ehe mit Schauspielerin Dana Vávrová (1967-2009) – Janina (34), Theresa (31) und Josefina (28) – sind in unterschiedlichen Funktionen im Abspann vertreten.

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