Am 29. Dezember startet auf dem Streamingdienst Disney+ die neue „Star Wars“-Serie „Das Buch von Boba Fett“. Der titelgebende Kopfgeldjäger hat die vielleicht ungewöhnlichste Entwicklung sämtlicher Figuren aus der ebenso weit, weit entfernten wie gigantisch großen Galaxis genommen, die 1977 mit „Krieg der Sterne“ ihren Anfang fand. Über die Prequels, nachträglich eingefügte Szenen, als Zeichentrick und Gaststar in „The Mandalorian“ wurde eine zunächst unbedeutende „Star Wars“-Randnotiz zum Helden einer eigenen Serie aufgebaut.

Boba Fetts Werdegang

In der gesamten Original-Trilogie (Episode IV – Episode VI) von „Star Wars“ ist Boba Fett keine fünf Minuten zu sehen – die meiste Zeit davon zudem so stumm wie ein Fisch. Erstmals in Fleisch und Blut trat er 1980 in „Das Imperium schlägt zurück“ auf. Als Teil einer ganzen Schar an Kopfgeldjägern wurde er darin vom Imperium engagiert, um den Millennium Falken samt dessen Insassen aufzuspüren. Positiver Nebeneffekt: Aus all den kunterbunten Kopfgeldkreaturen ließ sich wunderbar neues Merchandise produzieren…

Seinen ersten großen Auftritt feierte Boba Fett aber früher – als Zeichentrickfigur im berühmt-berüchtigten Weihnachtsspecial aus dem Jahr 1978. In der Kurzgeschichte wurde die hinterlistige Figur von Darth Vader höchstpersönlich als „der beste Kopfgeldjäger der Galaxis“ bezeichnet – welch Ehre!

Wer sich inzwischen die Original-Trilogie ansieht, bekommt Boba Fett zudem schon in „Krieg der Sterne“ zu sehen. In der 1997 erschienenen Special-Edition der Reihe fügte George Lucas (77) diverse neue und/oder digital überarbeitete Szenen ein. In einer davon streitet sich Han Solo (Harrison Ford, 79) mit Verbrecherboss Jabba dem Hutten – an dessen Seite ein schweigender Boba Fett steht.

Fett bekommt sein Fett weg

Am Ende von „Das Imperium schlägt zurück“ düst Boba Fett mit einem in Karbonit eingefrorenen Han Solo in Richtung Jabba, um sein fürstliches Kopfgeld für den abtrünnigen Schmuggler zu kassieren. Und genau dort bekommt Fett in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ sein Fett weg – und stirbt auf klamaukige Weise einen vermeintlichen Tod.

Ein wieder aufgetauter, zeitweise erblindeter Han Solo aktiviert im Film von 1983 aus Versehen den Raketenrucksack seiner Nemesis und schickt ihn in hohem Bogen in den Rachen des Sarlacc – jenes Monster, das seine Opfer „1.000 Jahre lang langsam verdaut“, wie C3-PO weiß. Und damit hatte es sich dann mit dem „besten Kopfgeldjäger der Galaxis“ – oder?

Fans erhoffen sich offizielle Antworten

Wie genau Boba Fett diesem grausamen Schicksal wirklich entkommen ist, darauf erhoffen sich die „Star Wars“-Fans nun durch „Das Buch von Boba Fett“ offizielle Antworten. Wer sich mit dem erweiterten Universum namens „Star Wars Legends“ auskennt, der bekam schon einen Erklärungsansatz. Demnach schützte ihn sein spezieller Anzug, durch den er schwer verletzt entkommen konnte.

Eben dieser Anzug landet schließlich in den Fängen der raffgierigen Jawas, die ihn in „The Mandalorian“ an den Höchstbietenden verticken. In Staffel zwei der Disney+-Serie taucht ein sichtlich gezeichneter Boba Fett dann höchstpersönlich auf, um sein Hab und Gut wieder einzutreiben. Gespielt wird er darin wie auch in der neuen Serie von Temuera Morrison (61). Warum das ein genialer Coup der Serienmacher ist?

Noch mehr Hintergrund

Trotz seiner winzigen Präsenz in der Original-Trilogie mauserte sich Boba Fett zu einem der Lieblinge der Fans. Das blieb selbstredend auch dem geschäftstüchtigen „Star Wars“-Schöpfer George Lucas nicht verborgen. In seiner Prequel-Trilogie (Episode I – Episode III) bekam die Familie Boba Fett daher mal eben eine epochale Hintergrundgeschichte spendiert.

Es stellte sich heraus: Ein Mann namens Jango Fett, gespielt von Temuera Morrison, diente als genetische Vorlage für die gigantische Klonarmee, die im Auftrag der galaktischen Republik gezüchtet wurde. Einen dieser Klone zog der Kopfgeldjäger wie einen Sohn auf – richtig geraten, Boba Fett sein Name.

Findige Fans haben dadurch sogar berechnet, wie alt Boba Fett inzwischen sein muss. Demnach dürfte er zu Beginn seiner eigenen Serie rund 41 Jahre alt sein. Das passt zwar nicht wirklich mit dem realen Alter des Schauspielers zusammen – Morrison ist bereits 61. Wer aber mal im Verdauungstrakt eines Sarlacc saß, der sieht wohl zwangsläufig etwas früher ganz schön alt aus.

(stk/spot)

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