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Auch E-Sportler haben ein Verletzungsproblem

Sa, 27.05.2017, 20.00 Uhr

Sogar E-Sportler verletzen sich

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Wer glaubt, am Rechner zu sitzen und Videospiele zu spielen, sei harmlos, hat den professionellen E-Sport noch nicht kennengelernt.

Bei dem Begriff E-Sport denkt wahrscheinlich niemand an Athleten oder Spieler, die sich durch ihre Wettkämpfe einem körperlichen Risiko aussetzen. Tatsächlich jedoch verletzen sich zahlreiche E-Sportler zum Teil so stark, dass einige ihre vielversprechende Karriere gefährdet sehen.

Tennisarm, Abzugsfinger und Karpaltunnelsyndrom

Vor allem Handgelenksverletzungen und Verletzungen durch repetitive Bewegungen sind die Feinde der Spieler. Zu den häufigsten zählen im E-Sport das Karpaltunnelsyndrom, bei dem der Mittelarmnerv gestaucht wird, was zu Schmerzen und Taubheit führt. Der berühmte Tennisarm macht dagegen den äußeren Teil des Ellenbogens wund und empfindlich. Und schließlich der "Abzugsfinger", auch bekannt als Sehnenscheidenentzündung, die einzelne Finger in einer gekrümmt Position verharren lässt.

Büroangestellten sind diese Krankheitsbilder nach jahrelanger Arbeit am Computer wahrscheinlich nicht fremd. E-Sportler treffen sie allerdings deutlich schneller und härter. Jimmy "DeMoN" Ho, Profi-Spieler des Teams "Champions of Summer's Rift" erklärt, dass die Trainingszeiten vor großen Turnieren bis zu 13 Stunden am Tag in Anspruch nehmen können. In der Dokumentationsreihe "Changing Lanes" zeigt Ho, wie intensiv die Belastungen durch solche Einheiten sind.

Changing Lanes: Dokumentation zum E-Sportler Jimmy "DeMoN" Ho

Zum Schmerz kommen die medizinischen Kosten

Neben den Schmerzen werden solche Verletzungen auch zur finanziellen Belastung, denn die medizinische Behandlung ist sehr kostspielig. Berücksichtigt wird das in den Verträgen der Spieler selten. Es gibt auch keine Gewerkschaft oder Vereinigung, die sich mit Aspekten des Spielerschutzes auseinandersetzt. Selbst engagiertes medizinisches Personal scheint ein Wunsch vieler Teams zu bleiben.

Zahlreiche E-Sport-Profis steigen von Jahr zu Jahr aus

Die Liste jener Pros, die sich verletzungsbedingt aus dem E-Sport zurückziehen müssen, wächst dementsprechend von Jahr zu Jahr.

  • 2011: Lee "Flash" Young Ho, einer der dominantesten Spieler in der Geschichte von "StarCraft 2", muss sich einer OP unterziehen und eine Erholungspause einlegen
  • 2013: StarCraft 2-Spieler Geoff "Incontrol" Robinson erleidet durch ständiges Sitzen ein Blutgerinsel in seinem Knie, das ohne Behandlung zum Tod führen könnte
  • 2014: Clinton "Fear" Loomis, Teammitglied der "Evil Geniuses" (Dota 2) und einer der besten Spieler Nordamerikas, leidet an einem so schwerwiegenden Tennisarm, dass er auf die Ersatzbank muss
  • 2015: Team Cloud9’s Hai "Hai" Lam (League of Legends) setzt sich überraschend mit 22 Jahren zur Ruhe aufgrund einer Handgelenksverletzung

Auf die Frage nach einer offiziellen Körperschaft innerhalb der E-Sport-Szene, die Spieler über die Risiken aufklärt, kann Profi Jimmy "DeMoN" Ho nur lachen: "Es ist eher wie 'Jetzt mach einfach dein Spiel!' Das ist alles, worum sie sich Sorgen machen."

Video: Sogar E-Sportler verletzen sich

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