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Aliens mit Geduld und Hirn bekämpfen: Strike Team Hydra im Test

Rajpreet Dhillon So, 10.09.2017, 06.00 Uhr

Strike Team Hydra Footage

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Strike Team Hydra ist ein Strategie-Rollenspiel, in dem man ein von Aliens infiltriertes Raumschiff befreien muss. Dafür braucht es eine ganze Menge Konzentration und Können.

Aus dem Nichts brachte Wave Light Games 2015 Demon's Rise auf den Markt und machte Fans des Genres mit seinem mystischen Rollenspiel glücklich. Damals schon gab es viel Lob für die Neuerscheinung, vor allem an der Geschichte schieden sich aber die Geister.

Mit Strike Team Hydra bringt die kanadische Entwicklerschmiede eine komplett neue Variante seiner Vorgängerspiele heraus. Die Story spielt dieses Mal im Weltraum, statt im mystischen Argor. Auch an der Spielmechanik wurde einiges verändert.


Hydra vs. Aliens

Strike Team Hydra kommt mitnichten als Leichtgewicht daher. Das gilt bereits für die Größe des Spiels. Mit 1,5 GB Download-Größe kommt das Game für manch Smartphone-Besitzer einer Belastung für den Speicher gleich. Wer sich die App trotzdem herunterlädt, findet sich im Weltall auf einem infiltrierten Raumschiff wieder. Aliens haben das Kommando über das befreundete Schiff Talwar erlangt. Mit einem Team von insgesamt sechs Personen werden wir in den Kampf auf das Raumschiff geschickt.

Bevor es aber soweit kommt, kämpfe ich mich erst durch ein recht ausführliches Tutorial. Zwar bekommt man zu Beginn des Spiels die Möglichkeit, ohne Einführung direkt fortzufahren. Während ich die ersten Erklärungen bekomme erkenne ich aber schnell, dass dieses Spiel ohne Tutorial wohl kaum zu verstehen ist. Mit recht langen Texten wird zuerst die komplette Oberfläche erklärt, außerdem erhalten wir Einblicke in die sogenannten Abilities, die jedem Mitkämpfer zugewiesen werden können.

Und die haben es in sich. Selbst nach mehrmaliger Benutzung ist es teils schwer zu verinnerlichen oder gar verstehen, welche Nutzen die verschiedenen Zusatzkräfte haben. Auch die Oberfläche bietet Raum für Kritik. Auf dem Smartphone fühlen sich die verschiedenen Menüs zu klein an. Nur auf dem Tablet war das Navigieren und Auswählen ohne Probleme möglich.

Anspruchsvolle Spielmechanik

Für Kenner des Genres sollte die Spielmechanik an sich kein Problem sein. Für Neulinge sind die Qualen des Tutorials fast Pflicht. Nach der Einführung geht es erstmal an die Auswahl der Mitstreiter. Die Mitglieder des Squads können aus einem Dutzend Klassen gewählt werden. Jeder einzelne Charakter hat dabei seine eigene Ausrüstung sowie Spezialfähigkeiten. Um auf Angriffe des Gegners immer richtig reagieren zu können, ist das Verinnerlichen dieser Fähigkeiten beinahe Pflicht. Sowohl Mitglieder als auch Items lassen sich später beliebig austauschen, um das Team auf die jeweiligen Herausforderungen anpassen zu können.

An manchen Stellen des Spiels werden Fans des Taktierens eine wahre Freude haben. Besonders in brenzligen Situationen ist viel Geschick und Kombination gefragt. Wird man beispielsweise in die Ecke gedrängt und der nächste gegnerische Angriff droht, müssen Faktoren wie Gesundheit, Angriffs- und Heilungskraft sowie sämtliche Spezialfähigkeiten sinnvoll kombiniert werden. Hat man die unzähligen Einzelheiten verinnerlicht, wird man oft taktische Lösungen finden. Wer sich nur auf Teufel komm raus durch das Raumschiff kämpft, wird vor allem Trial and Error und viel Ärger vorfinden.

Die vielen Kombinationsmöglichkeiten machen die Kämpfe zu einer sehr individuellen Geschichte. An machen Stellen fühlt man sich aber einfach überfordert. Das Auswählen der vielen Spezialfähigkeiten und ihre Wirksamkeit in Kombination mit den Mitstreitern kostet teilweise extrem viel Zeit. Braucht man fünf Minuten für die Auswahl, um dann doch besiegt zu werden, ist der Ärger besonders groß.

Vielleicht aus deswegen haben die Entwickler einige Möglichkeiten implementiert, um dem Spieler zu helfen. Wird die Herausforderung mal zu groß, kann beispielsweise die Schwierigkeit mitten im Spiel justiert werden. Was nicht gerade zu den stolzen Momenten eines Spielers gehört, wird vielen eine echte Hilfe sein, bevor Smartphone oder Tablet in der Ecke landen.

Schwache Story

Wer sich jetzt fragt wieso die eigentliche Story und die generischen Aliens so wenig Erwähnung finden: Beide sind nur ein kleiner Bestandteil von Strike Team Hydra. Die Story ist etwas fahrig und enthält keine wirklichen Aufgaben. Es geht permanent darum, das Raumschiff von den Aliens zu befreien. Auch wenn zwischen den Levels gewechselt wird, entstehen faktisch keine neuen Aufgaben.

Die Herausforderung besteht fortlaufend darin, sich auf der neuen Ebene zurechtzufinden und die Gegebenheiten für sich zu nutzen. Mit insgesamt 28 Hauptmissionen und 20 optionalen Nebenmissionen sind diese zumindest nicht zu knapp bemessen.

Strike Team Alpha Footage
Rajpreet Dhillon

Fazit

Strike Team Hydra bietet Fans des Genres taktische Herausforderungen der extremen Sorte. Die vielen Fähigkeiten und Kombinationen fordern vor allem viel Hirnschmalz und taktische Finesse. Die etwas lasche Story, die über 28 Missionen hinweg kaum Abwechslung bietet, nimmt dem Spiel aber an Reiz.

Strike Team Hydra ist für 8,99€ für iOS und Android verfügbar.

Dieser Artikel erschien zuerst auf futurezone.at.

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