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Virtual Reality mit Gedanken-Steuerung

In den USA und Europa sind Spiele-Arkaden zum Testen neuer Technologien noch eher unbekannt.
In den USA und Europa sind Spiele-Arkaden zum Testen neuer Technologien noch eher unbekannt.
Foto: Neurable's
Die Firma Neurable's hat eine VR-Brille entwickelt, die die Gedanken des Trägers aufzeichnet und auswertet. So kann man in Spielen Dinge greifen, ohne in der Realität eine Bewegung durchzuführen.

Noch nie war Telekinese so nah. Die Bostoner Firma Neurable's will noch in diesem Jahr ihr VR-Spiel "Awakening" auf den Markt bringen. Die Besonderheit des Spiels ist die eigens entwickelte VR-Brille. Diese besteht aus Brille und einem Kopfband, das die Gehirnaktivitäten des Trägers misst. Eine zugehörige Software wertet diese Daten dann aus. Diese Technologie ermöglicht das Spielen ohne einen Hand-Controller. Laut der Firma ist diese Technologie quasi eine "Gehirn-Mouse".

Software misst Neutronenfluss

Genauer besteht das Kopfband von Neurable's aus sieben Elektroden, die die EEG-Signale (Elektroenzephalografie-Signale) des Nutzers messen. Um die Intention des Trägers festzustellen, nutzt die Software elektrische Gehirn-Signale, sogenannte ereigniskorrelierte Potentiale. Betrachtet man im Spiel einen blinkenden Gegenstand, den man anwenden kann und will, sendet das Gehirn bestimmte Neuronen aus. Die Software nimmt dieses Aussenden wahr und übersetzt es in einen Befehl, wie zum Beispiel: Gegenstand aufheben.

Entwickler sollen komplexere VR-Gehirn-Steuerungs-Spiele entwickeln

Die Entwickler haben diese Form der Intentionserkennung genutzt, da es derzeit noch nicht möglich ist, noch direktere Signale des Gehirns auszuwerten, ohne Elektroden operativ ins Gehirn zu implementieren. Die Entwickler gaben jedoch zu, dass die Storyline von "Awakening" ausbaufähig ist. Das Spiel diene eher als Demonstration der Technologie. Sie fordern nun Spiele-Entwickler auf, mit bereitgestellten Test-Kits neue, komplexere Spiele zu entwickeln. Das Kopfband ist mit HTC Vive und anderen VR-Systemen kompatibel.

Spiele-Arkaden als Test-Orte

Neurable's hat seine Technologie an Spiele-Arkaden gegeben, damit potentielle Nutzer das Sytsem leichter testen können. Da diese Technologien noch sehr teuer sind, wären viele Kunden eher abgeschreckt, sie zu kaufen, wenn sie sie nicht vorher testen können. In China und Ost-Asien sind solche Spiele-Arkaden bereits sehr beliebt. Die Konkurrenz schläft jedoch nicht. Andere Entwickler, wie etwa Leap Motion aus San Francisco, arbeiten ebenfalls an Hand-Controller-freien Steuerungsmethoden. Leap Motions System basiert beispielsweise auf Gesten, die das System auswertet.

Neurable's sieht Konkurrenz gelassen

Die Technologie von Neurable's soll in der Zukunft weniger auffällig werden. Daher sieht der CEO, Ramses Alcaide, die Konkurrenz gelassen. Die Spiele-Branche sei nur der Anfang. Die nächste Kopfband-Generation soll bereits nur noch zwei Elektroden haben. Diese Technologie gekoppelt mit Augmented-Reality-Gläsern würde eine Interaktion ohne Smartphone, Gesten oder sprachliche Anweisungen ermöglichen. Das EEG-System wäre demnach leise und private.

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