Games 

Kampf dem Sexismus: Profi-Spielerinnen machen virtuell Jagd auf Frauenhasser in Counter-Strike

Frauen werden immer wieder Opfer von sexuellen Beleidigungen in Online-Games (Symbolbild).
Frauen werden immer wieder Opfer von sexuellen Beleidigungen in Online-Games (Symbolbild).
Foto: David McNew/Getty Images
Die Initiative Bully Hunters will CS:GO-Spieler bestrafen, die weibliche Gamer sexuell belästigen und beleidigen. Kritik an der Aktion ließ nicht lange auf sich warten.

„Geh zurück in die Küche dumme Schlampe“, „du bist eine fette Hure“ und „nachdem ich dich umgebracht habe, vergewaltige ich deinen Körper“: Solche Beleidigungen sind leider keine Seltenheit, wenn Frauen Online-Games spielen. Die Bully Hunters wollen jetzt zurückschlagen und Jagd auf die Frauenhasser machen.

Spielerinnen überwachen Counter Strike

Derzeit sind die Rüpeljägerinnen nur in Counter-Strike: Global Offensive (CS:GO) tätig. Betroffene können sich auf der Website der Bully Hunters melden. Der Bully wird dann beobachtet, um zu verhindern, dass ein Unschuldiger Ziel der Racheaktion wird. Fällt der Verdächtige weiterhin durch sexuelle Belästigungen und Beleidigungen auf, machen CS:GO-Profispielerinnen Jagd auf ihn. Die Jagden sollen auch in Live-Streams übertragen werden, um das Opfer bloßzustellen.

Die Profi-Gamer der Bully Hunters wollen anonym bleiben. Da die Anzahl der weiblichen CS:GO-Pros überschaubar ist, dürfte es wohl nicht lange dauern, bis deren Identität bekannt ist. Vermutlich werden sie dann noch mehr Beleidigungen und Hasskommentare zu hören kriegen, als das ohnehin schon der Fall ist.

BULLY HUNTERS: WHY

21 Millionen Spielerinnen erlebten sexuelle Beleidigungen

Die Aktion wird von Steel Series, die ein Headset mit dem Logo der Bully Hunters verkaufen, Cyberpower PC, der US-Frauenrechtsorganisation National Organization for Women und anderen unterstützt.

Laut den Bully Hunters haben bereits 21 Millionen Spielerinnen sexuelle Beleidigungen online erlebt. Jede Zweite würde deshalb nicht auf öffentlichen Server spielen, aus der Furcht wieder Ziel solcher Attacken zu werden. 70 Prozent der Frauen sollen sich bereits als Mann ausgegeben haben, um nicht sexuell belästigt zu werden. Drei Millionen weibliche Gamer hören jedes Jahr auf bestimmte Spiele zu spielen, weil sie sich nicht mehr der sexuellen Belästigung aussetzen wollen. Jede Zehnte hat ganz mit dem Computerspielen aufgehört.

Kritik an der Aktion

Wenig überraschend gibt es bereits zahlreiche Beleidigungen auf der Facebook-Seite der Bully Hunters zu lesen. Einige User stellen die Hypothese auf, dass die gesamte Aktion ein Fake ist. Die Bully Hunters würden nicht wirklich Cyberbullies jagen, es sei alles inszeniert und gestellt.

Auch wenn es so ist, lenkt die Aktion zumindest die Aufmerksamkeit auf das reale Problem, dass Frauen in der Gaming-Szene massiv angegriffen werden. Im März 2018 haben sich mehrere Gaming-Unternehmen zur Fair Play Alliance zusammengeschlossen. Dazu gehören etwa Blizzard, Epic, Twitch, CCP Games und Microsoft. Das Ziel soll sein ein besseres Umfeld für alle Spieler zu schaffen. Das ist durchaus im Interesse der Unternehmen: Weniger Hass gegen Frauen bedeutet mehr weibliche Gamer und damit mehr Einnahmen. Valve, die Spielefirma hinter CS:GO, ist kein Mitglied der Fair Play Alliance.

Games 

Legendärer Arcade-Spieler muss seine Rekorde abgeben

Bis dato galt Billy Mitchell als einer der Top-Gamer der Welt.
Bis dato galt Billy Mitchell als einer der Top-Gamer der Welt.
Foto: David Greedy / Getty Images

Er galt als einer der besten Arcade-Spieler der Welt. Nun muss Billy Mitchell eine Niederlage hinnehmen: Gerade bei einem seiner größten Erfolge soll er geschummelt haben.

Mehr lesen