Games 

Online-Spielsucht könnte künftig von Krankenkassen abgedeckt sein

Spielsucht gilt laut WHO jetzt offiziell als Krankheitsbild.
Spielsucht gilt laut WHO jetzt offiziell als Krankheitsbild.
Foto: imago/ Felix Jason
Die Sucht nach Online-Spielen wurde von der WHO offiziell als diagnostizierbare Krankheit anerkannt. Eine Behandlungskostenübernahme durch Krankenkassen dürfte dadurch möglich sein.

Exzessives Computer- oder Videospielen gilt nach einem neuen Verzeichnis der Weltgesundheitsorganisation (WHO) demnächst als Krankheit. Gaming Disorder oder Online-Spielsucht wird in den neuen Katalog der Krankheiten (ICD-11) aufgenommen, wie die WHO beschlossen hat, hinter Glücksspielsucht. Der Katalog erscheint am 18. Juni.

Forscher befürchten grundlose Stigmatisierung

Die Aufnahme ist unter Wissenschaftlern umstritten. Spieler könnten dadurch grundlos als therapiebedürftig stigmatisiert werden, sagen sie. Vladimir Poznyak vom WHO-Programm Suchtmittelmissbrauch widerspricht. Die Abgrenzung zwischen Spielspaß und Sucht sei klar definiert, sagte er der DPA. „Die Aufnahme in den Katalog dürfte weitere Forschung auf dem Gebiet stimulieren.“

WHO-Katalog als Grundlage für Kostenübernahme durch Krankenkassen

Der Katalog dient zum einen Ärzten als Hilfe bei der Diagnose. Zum anderen nutzen Krankenkassen ihn oft als Grundlage für Kostenübernahmen.
Die 11. Auflage des Katalogs, International Classification of Diseases, muss formell noch von der Weltgesundheitsversammlung im kommenden Frühjahr abgesegnet werden. Das gilt als Formalität. Der Katalog enthält tausende Krankheiten. Die 10. Auflage stammte aus dem Jahr 1992, ist aber ständig aktualisiert worden.

Neueste Videos auf futurezone.de

Neueste Videos auf futurezone.de

Beschreibung anzeigen