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Fortnite treibt Teenager beinahe in den Selbstmord

Fortnite hat einen Teenager laut eigener Aussage zu einem suizidären Drogenabhängigen gemacht.
Fortnite hat einen Teenager laut eigener Aussage zu einem suizidären Drogenabhängigen gemacht.
Foto: dpa
Immer öfter werden Stimmen laut, die von gefährlichem Suchtverhalten durch Fortnite sprechen. Ein englischer Teenager hat sich wegen des Spiels beinahe das Leben genommen.

Ein 17-jähriger Jugendlicher aus England soll durch seine Fortnite-Sucht an den Rand des Selbstmordes und in die Drogensucht getrieben worden sein. Carl Thompson spielte das populäre Game pro Tag bis zu 12 Stunden, schlief und aß kaum. Seinen Zustand beschrieb der junge Mann als "erbärmlich und handlungsunfähig".

Selbstmord als einziger Ausweg aus der Fortnite-Sucht

Nachdem er mit 16 Jahren mit Fortnite in Berührung gekommen war, entwickelte er der New York Post zufolge innerhalb weniger Monate eine Abhängigkeit. Thompson war frustriert und depressiv, bis er in Suizid die einzige Möglichkeit sah, sich von dem Spiel loszureißen.

Zunächst begann Thompson nur damit, College-Kurs ausfallen zu lassen. Später stahl er Geld von seinen Eltern, um über In-App-Käufe die neuesten Waffen und Upgrades freischalten zu können. Über Amphetamine, die er anfangs nur gegen Müdigkeit einnahm, kam er schließlich zu Drogen. Den Versuch, seiner Sucht durch den Sprung aus der dritten Etage zu entkommen, konnte Thompsons Vater gerade noch verhindern.

Der Jugendliche sagt heute: "Fortnite hat mich in einen suizidären, stehlenden, lügenden Drogenabhängigen verwandelt". Er möchte andere Jugendliche davor warnen, sich auf das Spiel einzulassen. Er sagt, die Idee, das kleine Kinder Fornite spielen, sei beängstigend.

Video: Fortnite-Trailer

Wie viel ist dran an Fortnite-Sucht?

Fortnite gilt neben PUBG gegenwärtig als eines der beliebtesten Spiele weltweit. Obwohl das Game ab 12 Jahren zugelassen ist (nur im "Rette die Welt-Modus, für den Modus "Battle Royal" gibt es keine Prüfung durch die USK), haben die Berichte über abhängige Kinder zugenommen.

Die Weltgesundheitsorganisation hat Gaming Disorder oder Online-Spielsucht erst vor kurzem in den neuen Katalog der Krankheiten (ICD-11) aufgenommen und damit offiziell als Krankheit anerkannt. In Deutschland könnte die Behandlung eine solchen Erkrankung deshalb sogar von den Krankenkassen übernommen werden.

Forscher weisen allerdings darauf hin, dass Spielesucht sich in der Psychologie trotzdem noch nicht durchgesetzt habe. Auch die Sucht nach Internetspielen müsse erst noch weiter untersucht werden.

Sucht-Begriff wird falsch verstanden

Auch der Begriff "Sucht" im Zusammenhang mit Spielen würde fälschlicherweise suggerieren, dass das Medium selbst Problemverhalten auslöse. Im Fall von Fornite beruhe die Popularität aber auf der kostenlosen Verfügbarkeit und der Möglichkeit, es ohne Konsole und mobil überall spielen zu können. Aus psychologischer Perspektive gäbe es nicht Besonderes an dem Spiel, über das man sich Sorgen machen müsste.

Was man weiß, so Louise Theodosiou vom the Royal College of Psychiatrists, ist, dass Spielen auf einige Menschen sehr suchterzeugend wirke. Es gäbe sehr spezielle psychische Bedürfnisse, die mit Spielesucht in Verbindung gebracht werden können. Dazu zählten gesteigerte Raten an Depressionen, sozialer Angst und ADHS.

Um jedoch mehr darüber herauszufinden, müssten Spieleunternehmen involviert und klinische Studien durchgeführt werden. Die Daten, die durch die Games über Spieler gesammelt werden, könnten hier essentiell wichtig sein.

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