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Für Kritiker ist Nintendo Switch Online nichts als "Kundenabzocke"

Nintendo Switch Online startet am 19. September.
Nintendo Switch Online startet am 19. September.
Foto: imago/AFLO
Am Mittwoch startet Nintendos neuer Dienst Switch Online. Einige haben ihn schon ausprobiert – und sind alles andere als begeistert davon.

Bereits im Mai hatte Nintendo seinen neuen Service Switch Online vorgestellt, am Mittwoch startet er offiziell. Für Kunden soll er eine günstige Alternative zur Konkurrenz bieten. Kritiker zweifeln nun allerdings an Preis und Qualität des Dienstes.

Während die Angebote PlayStation Plus und Xbox Live Gold pro Jahr je knapp 60 Euro kosten, wirbt Nintendo mit einem Abopreis von nur 20 Euro für Switch Online. Die Dienste bieten Abonnenten unter anderem Online-Multiplayer-Modi, exklusive Rabatte für bestimmte Spiele sowie die Ablage der Speicherdaten der Spieler in einer Cloud, um konsolenunabhängig darauf zu greifen zu können. Switch Online werden Nintendo-Gamer fortan brauchen, um Switch-Spiele überhaupt online spielen zu können.

Video: Nintendo Switch Online in der Übersicht

Mangelhaftes Retro-Angebot

Experten sind jedoch nicht begeistert. Markus Böhm etwa, Redakteur Netzwelt beim Magazin Spiegel, meint, er werde den Dienst frühestens abonnieren, wenn er "ihn mal akut für eine Onlinepartie brauche". Ansonsten graue ihn "schon jetzt vor den "umständlichen Sprachchats", für die bei der Switch statt eines Headsets auch noch das Smartphone benötigt wird.

A.K. Rahming vom Blog Nintendoenthusiast wiederum spricht von einer "offiziellen Enttäuschung". Trotz der langen Zeit, die Nintendo für die Entwicklung des Dienstes gehabt habe, sei das Angebot mangelhaft. Die auch von Böhm kritisierten Sprachchats sollen laut Rahming nur bei wenigen der zum Start verfügbaren NES-Spieleklassiker dabei sein. Das Angebot soll laut Hersteller zwar wachsen, bei der Konkurrenz erhalte man als Abonnent allerdings auch Zugriff auf neue Games statt nur auf Retro-Klassiker.

Außerdem seien laut Rahming Online-Speicherstände nach Ende eines Abos nutzlos. Erst mit einem erneuten Abo seien sie wieder für den Spieler verfügbar. Unterstützung für Cloud-Speicherstände fehle noch dazu in einigen der Spiele, zum Beispiel bei "Pokémon Go 2" und "Splatoon 2".

"F*ck Nintendo Switch Online"

Rahmings Fazit: Switch Online sei einzig ein Versuch Nintendos "Kunden abzuzocken". Das sehen auch YouTuber so, die den Dienst bereits ausprobiert haben. Nicht umsonst heißt eines der Videos "F*ck Nintendo Switch Online". YouTuber Griffin Gaming spricht ebenfalls von einem "kompletten Fehlschlag". Nintendo kenne keine Grenzen in seinem Versuch Switch-Nutzer abzuzocken, indem er sie für das Online-Multiplayer-Feature zahlen lasse, das in den vergangenen 18 Monaten noch gratis war.

Video: YouTuber hassen Nintendo Switch Online

Nintendo Switch Online startet am 19. September. Ein Monatsabo kostet 3,99 Euro, ein Drei-Monats-Abo 7,99 Euro. Jahresabonnenten zahlen 19,99 Euro, wenn sie eine Familienmitgliedschaft für insgesamt acht Accounts anlegen 34,99 Euro.

Kleiner Tipp: Sie werden zwar immer dreister, doch ihr könnt euch vor Abzockern im Internet schützen, zum Beispiel auch vor Porno-Abzocke. Wer Angst vor Abofallen hat (ja, die gibt es immer noch), kann bei seinem Mobilfunkanbieter auch einfach eine Drittanbietersperre einrichten.

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