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Liebes Internet, 10 Gründe, warum wir dich ein bisschen weniger lieb haben

Manchmal könnten wir dich aber auch, Internet...
Manchmal könnten wir dich aber auch, Internet...
Foto: imago
Die unendlichen Weiten des Internets, einfach atemberaubend. Trotzdem, es gibt ein paar Phänomene, die uns den Rest geben: Ein Worst-of der futurezone-Redaktion.

Wir lieben das Internet und das Internet liebt uns - oder irgendwie so halt. Jeden Tag treiben wir uns beruflich wie privat in den unendlichen Weiten der Online-Welt herum. Es gefällt uns ja eigentlich ganz gut hier, aber dann gibt es auch diese großen und kleinen Dinge, die uns einfach auf den Geist gehen. Die futurezone-Redaktion hat die ultimative Liste an Internet-Nervigkeit für euch zusammengestellt - in zufälliger Reihenfolge, Augenzwinkern ist mitgemeint.

1. Spamschleuder LinkedIn

Karriere, Karriere, Networking, Networking! Das Netzwerk LinkedIn geht besonders aggressiv beim Anwerben neuer Nutzer vor und verschreckt damit einen großen Teil, schon bevor man sich überhaupt je angemeldet hat. Es vergeht kein Tag, an dem bei uns nicht E-Mails von völlig unbekannten Personen eintrudeln, die uns im Namen von LinkedIn dazu auffordern, uns doch endlich zu vernetzen, sprich, bei der Plattform zu registrieren. Nein, ehrlich, wir haben einfach keine Lust drauf! Hör bitte auf, die Adressbücher deiner Mitglieder zu missbrauchen.

2. Autoplay-Videos mit Musik

Lärmbelästigung zählt wohl grundsätzlich zu den nervigsten Dingen, ganz grundsätzlich. Besonders schlimm ist es, wenn sie vom eigenen Rechner kommt. Wer kennt es nicht: Man macht einen Tab auf, um etwas zu lesen. Plötzlich startet ein Video, natürlich mit Ton und voller Lautstärke. Nicht selten führt das zu panikartigem In-die-Ecke-Schleudern der eigenen Kopfhörer. Es gab noch nie irgendwen, der das praktisch fand.

3. Passwörter, je länger, desto bäh

Wir schreiben das Jahr 2017 und die beste Möglichkeit, sich bei Gmail-, oder Facebook-Account einzuloggen ist es, sich eine möglichst lange, komplizierte Passphrase zu merken. Und am besten noch für jeden Account ein eigenes, einzigartiges Buchstabensonderzeichenzahlengewirr. Passwortmanager helfen zwar, das grundlegende Konzept bleibt trotzdem ziemlich nervig und unsicher. Fingerabdruckscanner sind dank Handys mittlerweile zwar weit verbreitet, sie dienen aber oft nur als Ergänzung, ganz ohne das Passwort kommt man also trotzdem nie aus. Dazu kommen noch zusätzliche Sicherheitsbedenken. Wir brauchen also etwas Neues!

4. Nervige Werbung und Reklame-Pop-ups

Klick mich hier, geheimer Tipp für Gewichtsverlust da, zu viel Werbung nervt. Besonders im Internet. Aufdringliche Kaufempfehlungen machen den Besuch vieler Web-Angebote zur Qual, da hilft selbst die nützlichste Information hinter dem Reklame-Pop-up wenig. Nervige Werbung hat aus dem Netz eine dreckige Paralleldimension gemacht, die mit dem “echten Web”, das den Älteren unter uns noch bekannt ist, nur noch wenig gemein hat. Firmen, ihr habt es übertrieben. Wir wollen kluge Werbeformate, keine, die uns in den Wahnsinn treiben.

5. Langsame Internetverbindungen

Ehrlich jetzt, entscheide dich, liebes Netz: Entweder funktionierst du tadellos und lädst uns unsere Lieblingsvideos zackig und ohne Verzögerung oder du lässt es gleich ganz bleiben. Zähflüssig langsame Internetverbindungen - egal ob zuhause oder unterwegs - sind wirklich eine nervliche Belastungsprobe, die wir nicht akzeptieren können. Da ist es dann schon besser, wenn du gar nicht für uns erreichbar bist - da fällt wenigstens das Hoffen und Bangen weg.

6. Facebook-Kettenbriefe mit Entfreundungspotenzial

Zwanzig Absätze mit gefühlsduseligem Text aus der Kategorie “Lebenshilfe und Esoterik” plus Aufforderung eben diesen zu kopieren, zu teilen und dem Versprechen danach eine Art Erhellungsmoment zu erfahren. Solche Facebook-Kettenbriefe, die regelmäßig in Wellen daherkommen, verstopfen jede Timeline und bedeuten eigentlich nur eines: Entfreundungsgrund!

7. Phantom-Notifications ohne Grund

Es ist zum Verrücktwerden: Die App, das Mailprogramm oder sonst eine Software zeigt eine Benachrichtigung an, die es eigentlich gar nicht gibt - oder eine, die man schon längst abgerufen hat. Man mag dies kleinlich finden, aber für zarte Seelen wie uns bedeuten solche Phantom-Notifications die Hölle. Solange etwas aufblinkt, -poppt oder als ungelesen angezeigt wird, haben wir einfach keine Ruhe. Die Benachrichtigung muss weg.

8. Widerwärtiges Horizontal-Scrollen

Es gibt sie noch, die Websites, die den Content nicht an die maximal verfügbare Bildschirmbreite anpassen. Wenn das passiert, hat man entweder die Wahl soweit hinauszuzoomen, dass man die Schrift nicht mehr lesen kann oder hineinzuzoomen, was beim Smartphone in einem Horizontal-Scroll-Zwang endet, um den Text lesen zu können. Horizontal scrollen ist unnatürlich, regelrecht widerwärtig. Dafür wurden weder Bildschirme, Smartphones, Tablets noch der Mensch geschaffen.

9. Unerwünschte Newsletter

Manche Newsletter sind wie die Hydra: Wenn man einen abmeldet, kommen drei neue nach. Wer kennt das nicht - man meldet sich für einen, irgendeinen Dienst an und bestätigt unwissentlich bzw. weil man keine andere Wahl hat, dass dieser Dienst ab sofort lustige Info-Mails versenden darf. Dazu kommen Werbe-Newsletter, die man erhält, weil die bei einem Dienst angegebene E-Mail-Adresse praktischerweise weiterverkauft wurde. So kann man sich noch so oft von dem unerwünschten Spam abmelden - es kommt einfach immer neues Material nach.

10. Sexistische Angriffe

Im letzten Punkt unserer Liste sind wir jetzt doch sehr ernsthaft und lassen das Augenzwinkern weg: Sexistische Attacken auf und Drohungen gegen Frauen sind in sozialen Medien zu einem Massensport geworden. Kaum eine Frau, die sich je zu etwas kritisch oder bestimmt im Netz geäußert hat, bleibt davon verschont. Auf Aussagen von Frauen wird mit Aggression und Untergriffen reagiert, die ihresgleichen suchen. Das finden wir ehrlich gesagt absolut inakzeptabel und aufs schärfste zu verurteilen. Wenn wir solche Aktivitäten auf unseren Seiten beobachten, gehen wir rigoros dagegen vor.

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