Bis wir auf die finale Version von Apples Betriebssystem iOS 15 zugreifen können, dauert es noch etwas. Bereits jetzt wird aber deutlich, in welche Richtung die Software entwickelt wird, und dabei fällt eines besonders ins Auge. Denn das Unternehmen aus Cupertino hat für Fans aus Deutschland eine unerwartete Veränderung vorgenommen.

Apple macht iOS 15 gendergerecht

Höchstwahrscheinlich werden Nutzer:innen erst im September 2021 mit der neuen Betriebssystemversion iOS 15 rechnen dürfen, aber eines zeigt zumindest die Developer-Beta schon jetzt, wie Focus online berichtet. Apple hat sich zur gendergerechten Sprache entschieden, ohne dies vorher groß in die Öffentlichkeit zu tragen. Damit signalisiert der Konzern, dass es zumindest aus seiner Sicht über Gendersprache nichts zu diskutieren gibt.

Der Beweis, dass „der Genus eine direkte Auswirkungen auf die Vorstellung von Sexus hat und zwar konkret auf die Wahrnehmung“, ist der Wissenschaft zufolge in der Linguistik längst erbracht worden. So werden spezifischen Personenbezeichnungen wie Professor, Kosmetiker, Physiker oder Erzieher ein sogenanntes soziales Geschlecht zugeordnet, das im Fall von Professor und Physiker in den meisten Fällen männlich und im Fall von Kosmetiker eher weiblich sein dürfte, wie die TU Berlin erklärt. Apples Entscheidung zum Gendern im Betriebssystem iOS 15 könnte damit einen Beitrag dazu leisten, diese Rollenwahrnehmung aufzuweichen.

Auch wir gendern

Die futurezone.de-Redaktion hat sich vor einiger Zeit ebenso dazu entschieden und gendert, weswegen wir inzwischen regelmäßig von erzürnten Leser:innen kontaktiert werden. Die Forderung ist bisher in allen Fällen die gleiche: Hört auf zu gendern. Dass sich dabei viele am Doppelpunkt stören, weil es den Sprachfluss beeinträchtigt, ist verständlich, allerdings auch eine Gewöhnungssache. Wenn nun also große Weltkonzerne wie Apple ein so wichtiges Zeichen setzen und die Selbstverständlichkeit gendergerechter Sprache betonen, kann das nur helfen und ist für mich definitiv begrüßenswert.

Warum überhaupt gendern? (Quelle: Quarks.de)
Die deutsche Sprache ist meistens geprägt durch das sogenannte generische Maskulinum, eine grammatisch männliche Bezeichnung, die mit dem biologischen Geschlecht per Definition aber nicht in Zusammenhang stehen muss, wie zum Beispiel im Fall „die Erzieher“. Dass diese Bezeichnung für alle stehen soll, bedeutet umgekehrt, dass sich die meisten Menschen vor allem Männer darunter vorstellen beziehungsweise dass sich Frauen davon nicht angesprochen fühlen. Dazu, auch Frauen angemessen zu repräsentieren und unsere Sprache geschlechtergerechter zu machen, dient das Gendern. Studien zufolge kann es Effekte auf die Gleichberechtigung haben.


Aktuelle Apple-News

Die erste Vorstellung von iOS 15-Features erfolgte bereits vor wenigen Tagen auf Apples WWDC 2021-Konferenz. Welche Geräte das neue iOS 15-Betriebssystem erhalten, ist ebenfalls inzwischen bekannt. Allerdings gibt es auch eine schlechte Nachricht, was das iPhone-Tracking betrifft.

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