Die Plattform WikiLeaks wurde vor nunmehr 15 Jahren gegründet. Offiziell wurde sie damals von dem digitalen Politaktivisten Julian Assange ins Leben gerufen. Ihr Ziel war und ist es, geheime Dokumente für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In der Vergangenheit veröffentlichte die Webseite unter anderem interne Dokumente von US-Streitkräften und -Behörden. Die Veröffentlichungen zogen eine Kettenreaktion beispiellosen Ausmaßes nach sich.

Julian Assange: Was bisher geschah

Zunächst fürchtete WikiLeaks die gewaltsame Stilllegung seiner Server und den USA. Assange wurde zum Staatsfeind und flüchtete sich zunächst nach Schweden. Dort trafen ihn gleich zwei Anzeigen wegen sexueller Vergehen. In Folge eines schwedischen, später internationalen, Haftbefehls wurde der Gründer 2010 in Großbritannien festgesetzt. Unter Missachtung seiner Kautionsauflagen floh Assange 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London und beantragte politisches Asyl.

Seitdem durchlief der Aktivist ein schier endloses Hin und Her, bis er letztlich 2019 in der Botschaft von der Londoner Polizei festgenommen wurde. Schon eine Stunde danach forderten die USA seine Auslieferung, da man ihm gemeinschaftliche Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vorwarf. Mittlerweile sitzt Julian Assange seit mehr als zwei Jahren in Haft. Seine Auslieferung an die USA wird vor Gericht verhandelt.

„Es wurde darüber geredet, Herrn Assange zu töten“

Die jüngste Nachricht aus dem Gericht betrifft angebliche Anschlagspläne der US-Geheimdienste gegen den WikiLeaks-Grüder. „Es wurde darüber geredet, Herrn Assange zu töten, zu entführen oder zu vergiften“, erklärte sein Anwalt am Donnerstag. Berichtet hatten dies zuvor investigative Journalist:innen unter Berufung auf ehemalige CIA-Mitarbeiter. Die Frage sei Stella Moris, Assanges Verlobter, zufolge: „Kann Großbritannien jemanden in ein Land ausliefern, das ihn Umbringen wollte?“

Julian Assange selbst nahm am 28. Oktober nicht an der Anhörung teil. Schon am Vortag hatte sein Anwalt mitgeteilt, dass sich sein Mandant nicht dazu in der Lage fühle, den Prozess zu verfolgen.

„Wenn die USA erfolgreich sind, wird das alarmierende Konsequenzen für die Pressefreiheit haben. Bei diesem Fall geht es nicht nur um Assange, sondern um das Recht aller Journalisten, ihre Arbeit zu tun, und um das Recht der Öffentlichkeit, sich zu informieren.“

Rebecca Vincent, Londoner Vertreterin der Reporter ohne Grenzen

Quellen: Golem; Handelsblatt; eigene Recherche

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