Netzpolitik

The Intercept: FBI überführt Whistleblowerin durch Drucker- und E-Mail-Daten

Whistleblowerin Reality Leigh Winner
Whistleblowerin Reality Leigh Winner
Foto: Screenshot Twitter / @cnnbrk
Artikel von: Katharina Nickel
Laut Wikileaks trägt die News-Webseite eine große Mitschuld daran, dass die Frau, die vertrauliche Daten zur Trump-Wahlmanipulation weitergegeben hat, jetzt festgenommen wurde.

Das FBI hat am Montag eine Frau in Georgia (USA) festgenommen. Sie soll vertrauliche Informationen des Geheimdienstes NSA an die News-Website „The Intercept“ weitergegeben haben. Das Investigativ-Portal hatte kurz davor einen Bericht veröffentlicht, woraus hervor geht, dass russische Hacker die Präsidentschaftswahlen vom vergangenen November manipuliert haben.

Doch wie konnte das FBI die Informantin so schnell ausfindig machen? Schuld waren: ein Drucker und eine E-Mail. Die 25-Jährige war, ähnlich wie Edward Snowden, nicht direkt bei der NSA beschäftigt, sondern bei einem Dienstleister, dem Gov-Tech-Unternehmen Pluribus International, berichtet „The Register“.

So kann die NSA jeden Ausdruck zuordnen

NSA und deren Dienstleister verwenden seit Jahren ein System, bei dem beim Drucken unsichtbare Muster in gelber Farbe in den Weißraum von Dokumenten eingedruckt werden. So kann zweifelsfrei nachvollzogen werden, wann welches Dokument von welchem Drucker aus gedruckt worden sind. Im Fall des bei „The Intercept“ aufgetauchten Dokuments traf dies auf sechs Personen zu, die zu dem Zeitpunkt in Frage gekommen waren, weil sie das besagte Dokument ausgedruckt hatten.

Auslieferung durch The Intercept

Doch nur eine von ihnen verschickte auch von ihrem privaten Gmail-Account aus eine Mail an „The Intercept“: Reality Leigh Winner. Ein Redakteur von „The Intercept“ hatte US-Behörden zur Überprüfung eine Kopie via Foto zukommen lassen, postet "WikiLeaks" in einem Tweet. Daraus war nicht nur ersichtlich, dass das Dokument ausgedruckt worden war, sondern auch wo: in Georgia.

„The Intercept“ hatte damit auf Quellenschutz verzichtet und den Behörden die Informantin quasi ausgeliefert. Wieso die Investigativ-Journalisten auf den Quellenschutz verzichtet haben und die Informationen nicht etwa abgeschrieben haben (wie üblich, um Metadaten zu vermeiden), ist unklar.

Dieser Artikel erschien zuerst auf futurezone.at.

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