Netzpolitik 

Digitalgipfel: Großes Regierungsaufgebot und Forderung nach stärkerer Vernetzung im Gesundheitswesen

Kanzlerin Merkel auf dem IT-Gifel (jetzt Digitalgipfel) 2016 in Saarbrücken
Kanzlerin Merkel auf dem IT-Gifel (jetzt Digitalgipfel) 2016 in Saarbrücken
Foto: Oliver Dietze / dpa
Unter dem Motto "Vernetzt besser leben" treffen in Ludwigshafen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft aufeinander. Über die Schaffung einer "Gesundheitscloud" ist man sich bereits einig.

Politiker, Unternehmen und Wissenschaftler haben sich zum Start des Digitalgipfels in Ludwigshafen für eine zügige Vernetzung von Daten im Gesundheitswesen ausgesprochen. "Wir sind jetzt dabei, Krankenhäuser, Arztpraxen und die 70 Millionen gesetzlich Versicherten über ein sicheres Netz miteinander zu verbinden", sagte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) der "Rhein-Neckar-Zeitung" (Montag). Letzte Sicherheitstests seien erfolgreich abgeschlossen, so dass die erforderliche Technik bis Ende kommenden Jahres flächendeckend in allen Kliniken und Praxen verfügbar sein werde.

Zentrale Verfügbarkeit von Patientendaten

Röntgenbilder, Laborberichte, Daten zu Untersuchungen, Impfungen oder Medikamenten sollten nicht länger in einzelnen Praxen, Kliniken oder Rehazentren liegen, sondern für Patienten zentral verfügbar sein, empfahl Microsoft Deutschland. Um den Anforderungen etwa in der Telemedizin gerecht zu werden, komme es auf reaktionsschnelle Netzverbindungen an, betonte der schwedische Netztechnikanbieter Ericsson und nannte dabei die Mobilfunktechnik 5G.

Patienten entscheiden über Datennutzung

Das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam (HPI) stellte auf dem Digitalgipfel einen "radikal patienten- oder bürgerorientierten Ansatz" vor. "Dabei bieten wir den Patienten die Möglichkeit, ihre Daten in einer Gesundheitscloud abzulegen, die wir entwickeln", sagte HPI-Direktor Christoph Meinel der Deutschen Presse-Agentur. Die Patienten können dann entscheiden, welcher Art von Datennutzung auf Seiten von Ärzten, Krankenhäusern oder Unternehmen sie zustimmen.

Cloud auch im Bildungsbereich

Neben dem Fokus auf das Schwerpunktthema digitale Gesundheit starteten Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) und der Direktor des Hasso-Plattner-Instituts, Christoph Meinel, an einem Gymnasium im pfälzischen Grünstadt eine Schul-Cloud für 26 bundesweit ausgewählte Schulen. Mit dem Pilotprojekt sollen Erfahrungen gesammelt werden, wie Schüler und Lehrer jederzeit auf digitale Lerninhalte im Internet zugreifen können.

Bundeskanzlerin Merkel ab Dienstag auf dem Digitalgipfel

Ebenfalls beim Digitalgipfel dabei sind Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD), Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Auch die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, Malu Dreyer (SPD) und Winfried Kretschmann (Grüne), nehmen am Digitalgipfel teil. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft am Dienstag (ab 9.15 Uhr) in Begleitung von fünf Fachministern zum gemeinsamen Dialog zusammen.

Der Digitalgipfel wird vom 12. bis 13. Juni in Ludwigshafen abgehalten. In vier Foren geht es um die Vernetzung im Gesundheitswesen, aber auch um die Zukunft der digitalen Wirtschaft und die Möglichkeiten der Online-Verwaltung. Das bisher als IT-Gipfel bezeichnete Forum findet zum elften Mal statt. An der zweitägigen Veranstaltung nehmen rund 1100 Menschen teil.

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