Netzpolitik 

WikiLeaks-Gründer Assange verschiebt seine Ansprache

Wikileaks-Gründer Julian Assange lebt seit 2012 in der Botschaft von Ecuador in London
Wikileaks-Gründer Julian Assange lebt seit 2012 in der Botschaft von Ecuador in London
Foto: Frank Augstein / dpa
Der Gründer der Enthüllungsplattform hat sich heute vor fünf Jahren selbst ins Exil begeben. Eine mit Spannung erwartete öffentliche Ansprache hat er vorerst verschoben.

### Update

Einen für Montag geplanten Auftritt hat WikiLeaks-Gründer Assange wegen eines "unmittelbar bevorstehenden" Treffens mit britischen Behörden verschoben. Assange habe die Entscheidung auf Anraten seines Rechtsbeistands getroffen, meldete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Kreise. Dazu, für wie lange der Auftritt aufgeschoben werden soll, gab es zunächst keine Angaben.

Assange wollte ursprünglich am Montagnachmittag zum fünften Jahrestag seiner Flucht in die Botschaft Ecuadors vom Balkon der Vertretung sprechen und hatte dafür eine "besondere Ankündigung" in Aussicht gestellt. ###

Ermittlungen gegen Assange wegen Vergewaltigung

Der 45-jährige Australier lebt seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London, um einer Auslieferung zu entgehen. Die schwedische Justiz hatte ihre Ermittlungen wegen Vergewaltigungsvorwürfen im Mai eingestellt. Assange, der stets seine Unschuld beteuert hatte, befürchtet eine Auslieferung in die USA. Washington macht ihn für die Veröffentlichung von brisanten US-Dokumenten aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak über die WikiLeaks-Plattform verantwortlich.

Großbritannien droht bei Verlassen der Botschaft mit Inhaftierung

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe ihre Bemühungen um Auslieferung verstärkt, sagte Assange. Dennoch sei er optimistisch, Wikileaks habe Unterstützer in den USA. "Und in Europa wächst das Bewusstsein, dass es keine Stimmen bringt, mich oder andere Wikileaks-Mitarbeiter an Trumps Amerika auszuliefern", sagte Assange. Es sei bedauerlich, dass Großbritannien ihm noch immer mit einer Festnahme drohe, sollte er die Botschaft verlassen. Die Regierung in London hat sich bislang nicht dazu geäußert, ob ein US-Auslieferungsantrag vorliegt.

WikiLeaks veröffentlichte E-Mails von Clinton

Das vergangene Jahr sei für Wikileaks sehr gut gewesen, sagte Assange. Er nannte dabei unter anderem die Veröffentlichung von E-Mails der US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Die Demokratin führte ihre Wahlniederlage gegen den Republikaner Donald Trump auch auf diese Veröffentlichungen zurück.

Assange trotz Freikommen von Chelsea Manning noch im Exil

Assange hatte angekündigt, sein Exil aufzugeben und freiwillig in die USA zu gehen - falls Whistleblowerin Chelsea Manning freikomme. Als das im Mai geschah, feierte der Wikileaks-Gründer dies zwar als Sieg, ließ seiner Ankündigung aber keine Taten folgen.

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