Die südkoreanische Menschenrechtsorganisation Transitional Justice Working Group (TJWG) hat einen ersten Bericht veröffentlicht, der die Verbrechen des nordkoreanischen Regimes verortet. Die Organisation hat dazu mit nordkoreanischen Überläufern gesprochen.

Bessere Orientierung für Augenzeugen

Mit Hilfe der Satellitenbilder von Google Earth konnten sich die Augenzeugen besser orientieren und so die Orte markieren, an denen Massenhinrichtungen stattgefunden haben und Massengräber angelegt wurden. In dem Bericht werden diese Orte nicht veröffentlicht, damit Nordkorea nicht vorgewarnt ist und mögliche Beweise verschwinden lässt.

Dafür sind aber Orte markiert, an denen es weitere Beweise für diese Verbrechen geben könnte, wie etwa Polizeistellen und Regierungsgebäude in der Nähe. Diese könnten Unterlagen haben, die die Exekutionen belegen.

Russland und China blockieren

TJWG will das Projekt weiterführen und ausweiten. Derzeit werden Möglichkeiten untersucht, um mit Sensoren aus der Ferne menschliche Überreste aufzuspüren. So könnten weitere Massengräber in Nordkorea entdeckt werden.

Die Versuche, Nordkorea für Menschenrechtsverstöße am Internationalen Gerichtshof anzuklagen, scheiterten bisher an dem Widerstand der UN-Mitglieder Russland und China. Eine eigene Kommission der UN sammelt aber dennoch Beweise, die für einen künftigen Prozess genutzt werden könnten. TJWG hofft mit seinem Projekt hierzu beitragen zu können.

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