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Verbot von Cyberwährungen: China will den "Hype um ICO" stoppen

Unternehmen können ICOs nutzen, um Kapital zu generieren.
Unternehmen können ICOs nutzen, um Kapital zu generieren.
Foto: imago
Initial Coin Offerings werden von Unternehmen zur Kapitalbeschaffung genutzt. China hält das für illegal und kriminell – und verbietet die Krypto-Börsengänge.

Wie das lokale Wirtschafts- und Finanzmedium Caixin und Techcrunch berichten, werden in China ab sofort sogenannte Initial Coin Offerings (ICO) von der dortigen Nationalbank verboten. Bereits 60 der gängigsten ICO-Plattformen stehen auf der Liste der chinesischen Finanzbehörde und sollen demnächst von jener untersucht werden. Die Kurse von Cyberdevisen rutschten daraufhin deutlich ab.

"Wirtschaftliche und finanzielle Ordnung gestört"

Offiziell begründet die chinesische Nationalbank das sofortige Verbot von ICO-Finanzierungen dadurch, dass sie „die wirtschaftliche und finanzielle Ordnung ernsthaft gestört hätten".

Schon vergangene Woche hat die „National Internet Finance Association of China“ eine Warnung für Investoren ausgesprochen und geraten Auffälligkeiten der Polizei mitzuteilen und nicht nur China steht dem Finanzierungsmodell sehr kritisch gegenüber. Der nicht vorhandene Schutz der Investoren und die vollends fehlende Regulierung, die Risiken wie Betrug und Geldwäsche ermöglichen, wurden in der Vergangenheit schon von Behörden in den USA und Singapur thematisiert.

China ist jedoch das erste Land, das hierbei regulativ eingreift. "ICOs sind eine Art illegale öffentliche Kapitalbeschaffung, die im Zusammenhang mit kriminellen Machenschaften wie Betrug und Schneeballsystemen stehen", hieß es etwa in einer Stellungnahme der Zentralbank. Zennon Kapron, Geschäftsführer der in Schanghai ansässigen Finanztechnologie-Beratung Kapronasia, meint dennoch: "Ich glaube aber, das wird nur ein temporäres Verbot sein."

ICO-Tokens sind keine Eigentumsanteile an Unternehmen

Das dortzulande beliebte Finanzierungsmodell stellt eine besondere Form des Crowdfundings dar. Hierbei investieren User in frühen Phasen vor der Markteinführung in zukünftige Unternehmen oder Projekte, um diese erfolgreich zu finanzieren. Alleine in China sollen auf diese Weise 2,62 Milliarden Yuan (335 Millionen Euro) umgesetzt worden sein, so Reuters. Bezahlt wird größtenteils mit bereits bekannten Kryptowährungen, wie beispielsweise Bitcoins oder Ethereum.

Hierfür werden die Investoren mit Tokens des jeweiligen Projekts entschädigt. Diese Tokens stellen entgegen dem ersten Börsengang eines Unternehmens, dem Initial Public Offering (IPO), keine Eigentumsanteile dar. In den meisten Fällen sind sie die spezifische (Krypto-)Währung des Projekts, die zu diesem Zeitpunkt am Markt noch nicht verfügbar ist. Investoren erhoffen sich demnach von diesen Tokens eine Wertsteigerung nach der Markteinführung, wie es bei Ethereum der Fall war.

In einigen Fällen dienen die Tokens nicht nur als später handelbare, monetäre Einheit, sondern auch als Zahlungsmittel für vorab festgelegte Dienste des finanzierten Projektes. Ein Beispiel hierfür sind Storjcoins, die vom ICO-finanzierten Cloud-Speicher STORJ als Tokens ausgegeben und dann als Zahlungsmittel für Speicherkapazitäten akzeptiert wurden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf futurezone.at.

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