Ziel ist es, dass Gespräche zwischen zwei EU-Ländern nicht mehr viel teurer sind, als Inlandstelefonate, wie heise berichtet. Das fordert der Binnenmarktausschuss des EU-Parlaments. Zusatzkosten für Gespräche und SMS in ein anderes EU-Land sollen innerhalb der EU wegfallen. Das könnte dazu führen, dass die Anbieter in Zukunft Flatrates für den gesammten Binnenmarkt anbieten werden, statt nur für den nationalen Heimatmarkt.

Die fast vollständige Abschaffung der Roaminggebühren sei ein guter erster Schritt gewesen, nun müssten aber auch die Preise für Auslandsgespräche im Binnenmarkt sinken, sagt auch Monique Goyens, die Leiterin des europäischen Verbraucherschutzverbandes BEUC. Dieser hat erst kürzlich errechnet, dass EU-Bürger für Gespräche in andere EU-Länder im Schnitt zwischen 60 Cent und 1,99 Euro bezahlen.

Telekomunternehmen sehen keinen Handlungsbedarf

Der Verband der Telekomunternehmer ETNO sieht keinen Handlungsbedarf. Hier wird auf die große Zahl der Anbieter und dem daraus resultierenden Wettbewerb verwiesen. Zudem hätten sich die Verbraucher seit längerem daran gewöhnt, für Nachrichten und Telefongespräche ins Ausland Online-Dienste zu nutzen. Skype, WhatsApp und andere Dienste erlauben weltweite Kommunikation ohne Zusatzkosten. Der Vorschlag des Binnenmarktausschusses ist Teil des Konsultationsprozesses für ein neues europäisches Telekomregulierungspaket.

Kürzere Vertragslaufzeiten

Auch der Breitbandausbau und die Vergabe von Mobilfunkfrequenzen sollen damit neu geregelt werden. Der Binnenmarktausschuss drängt auch auf kürzere Vertragslaufzeiten bei Mobilfunk- und Internetpaketen, um den Anbieterwechsel zu erleichetern. Kommende Woche wird im EU-Parlament die Stellungnahme des Industrieausschusses erwartet. Zusammen mit den Vorschlägen des Binnenmarktausschusses dienen diese als Basis für die Stellungnahme des Parlaments. Der EU-Rat will seine Positionen ebenfalls kommende Woche veröffentlichen.

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